Schwerste Augenverletzungen sicher behandeln: 8. HOT-Kurs an der Universitätsmedizin Halle

Zwei lächelnde Männer in einem hellen Klinikflur halten anatomische Augenmodelle in die Kamera: ein weißer Kopf mit aufgesetztem Lidmodell, ein transparenter Würfel mit Gewebeprobe und ein rundes Augenmodell mit Lidern.

Prof. Dr. Arne Viestenz (re.) und David Ortner (li.) mit dem neu entwickelten Augenhöhlenmodell.

Jedes Jahr werden im größten Augentraumazentrum Deutschlands an der Universitätsmedizin Halle mehr als 150 schwere und schwerste Augenverletzungen nach Explosionen, Verätzungen oder Verbrennungen behandelt. Eine erstklassige chirurgische Versorgung kann dabei helfen, bei mehr als 90 Prozent der schwer zerstörten Augen orientierendes Sehen oder sogar das Lesevermögen wiederherzustellen.

Unter der Leitung von Direktor Prof. Dr. Arne Viestenz hat die Universitätsklinik und Poliklinik für Augenheilkunde den Halleschen Okularen Traumakurs (HOT) für Fachärzt:innen ins Leben gerufen.

Der 8. HOT-Kurs der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) und der International Society of Ocular Trauma (ISOT) fand vom 19. bis 21. September 2026 am Universitätsklinikum Halle (Saale) statt und bildete 20 Fachärzt:innen in der speziellen primären und sekundären Rekonstruktion schwer verletzter Augen aus. Zu den 14 internationalen Expert:innen zählten Prof. Dr. Ferenc Kuhn (USA) und Prof. Dr. Sundaram Natarajan (Indien).

Trainiert wurden Spezialtechniken der sogenannten Pol-zu-Pol-Chirurgie, ein hochkomplexes chirurgisches Verfahren zur vollständigen Rekonstruktion des gesamten Augapfels nach schweren, meist offenen Verletzungen. Dabei werden sowohl der vordere Augenabschnitt (Hornhaut, Regenbogenhaut/Iris und Linse) als auch der hintere Augenabschnitt (Glaskörper und Netzhaut) in aufeinanderfolgenden Behandlungsschritten wiederhergestellt.

Am 18. September fand im Vorfeld des HOT-Kurses auch der Hallesche Lidchirurgiekurs statt. Der Schwerpunkt lag auf der chirurgischen Versorgung von Augenhöhlenverletzungen. Hier wurde erstmals an einer halleschen Erfindung geübt: dem von PD Dr. Jens Heichel, David Ortner und Prof. Dr. Arne Viestenz eigens dafür entwickelten Augenhöhlenmodell.