Neuer Pflegeplatzfinder erleichtert die Suche nach freien Pflegeplätzen in Sachsen-Anhalt
Ab dem 22. September 2026 steht in Sachsen-Anhalt erstmals ein digitaler Pflegeplatzfinder zur Verfügung. Die Anwendung bietet dann eine transparente Übersicht über verfügbare Kurz- und Langzeitpflegeplätze. Damit soll die bislang oft zeitaufwendige telefonische Abfrage nach verfügbaren Plätzen in vollstationären Pflegeeinrichtungen abgelöst werden. Die Etablierung des Pflegeplatzfinders wird durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung gefördert und durch das Landeskompetenzzentrum Pflege Digital Sachsen-Anhalt an der Universitätsmedizin Halle begleitet.
„Gerade nach einem Krankenhausaufenthalt muss es bei der Suche nach einem Pflegeplatz schnell gehen. Der Pflegeplatzfinder schafft hier künftig Abhilfe. Er richtet sich vor allem an Pflegebedürftige und ihre Angehörigen, unterstützt aber auch Sozialdienste in Krankenhäusern und Beratungsstellen. Die Anwendung ist kostenlos, leicht zu bedienen und datenschutzkonform. Vollstationäre Pflegeeinrichtungen melden ihre freien Plätze dann mit nur wenigen Klicks ganz unkompliziert online“, erklärt Projektleiter Prof. Dr. Patrick Jahn von der Universitätsmedizin Halle.
Der Pflegeplatzfinder wird sowohl als App als auch über eine Webanwendung verfügbar sein. Nach Eingabe eines Ortsnamens oder einer Postleitzahl zeigt die Anwendung eine Übersicht nahe gelegener Einrichtungen einschließlich der verfügbaren Kurz- und Langzeitpflegeplätze an. Es ist auch eine Unterscheidung nach Ein- oder Zweibettzimmern möglich. Ist ein verfügbarer Platz im Suchbereich gefunden, hält die Anwendung die Kontaktdaten der jeweiligen Einrichtung bereit. So können gezielt Anfragen an die jeweilige Einrichtung gestellt und Fragen zu Versorgung, Leistungen und Eigenanteilen direkt persönlich geklärt werden.
Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne erklärt: „Das mühsame Abtelefonieren von Pflegeeinrichtungen, um einen passenden Platz zu finden, soll der Vergangenheit angehören. Die zentrale Plattform wird zu einer spürbaren Entlastung von Betroffenen und ihren Angehörigen führen. Sachsen-Anhalt setzt auf digitale Innovation, um die Pflege zukunftsfähig und bedarfsgerecht zu gestalten. Die Datenmeldung ist für die Einrichtungen mühelos und schafft insgesamt mehr Transparenz und Rückenwind für die Digitalisierung im Pflegesystem.“
Pflegeeinrichtungen müssen ihre verfügbaren Kapazitäten beginnend im September 2026 regelmäßig melden. Dadurch entsteht mit dem Pflegeplatzfinder eine landesweit einheitliche Datengrundlage. Eine Meldung soll erfolgen, wenn sich die verfügbaren Kapazitäten ändern. Spätestens nach einer Woche sind die Angaben erneut zu bestätigen, sofern keine Änderung eingetreten ist, oder gegebenenfalls anzupassen. Die Erfahrungen aus einer Testphase mit freiwillig teilnehmenden Pflegeeinrichtungen sind in die Ausarbeitung des Verfahrens eingeflossen. Das Angebot orientierte sich bei der Entwicklung an einem vergleichbaren Dienst aus Nordrhein-Westfalen. Sachsen-Anhalt ist somit das zweite Bundesland, das einen öffentlichen und verbindlichen digitalen Pflegeplatzfinder einführt.
Für die Umsetzung in Sachsen-Anhalt ist das Landeskompetenzzentrum Pflege Digital verantwortlich, das an der AG Versorgungsforschung | Pflege im Krankenhaus der Universitätsmedizin Halle unter Leitung von Prof. Dr. Patrick Jahn angesiedelt ist. Es übernimmt auch die wissenschaftliche Begleitung, die Evaluation und gegebenenfalls zukünftige Anpassungen. Die Entwicklung des Pflegeplatzfinders wurde vom Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt mit 240.000 Euro gefördert.
Hintergrund
Die Einführung des Pflegeplatzfinders geht auf einen Beschluss des Landtages (Drs. 8/5099) vom 23. Januar 2025 zurück und wird mit dem Inkrafttreten des Gesetzes zur Änderung des Wohn- und Teilhabegesetzes vom 16. Juni 2026 (GVBl. LSA, S. 287) umgesetzt.
Kontakt
Landeskompetenzzentrum Pflege Digital Sachsen-Anhalt
pflegedigital-lsa☉uk-halle.de
www.pflegedigital-lsa.de
