Bei „Bluterkrankheit“ optimal versorgt: Hämophilie-Zentrum der Universitätsmedizin Halle erfolgreich rezertifiziert
Das Hämophilie-Zentrum der Universitätsmedizin Halle wurde im August 2026 erfolgreich rezertifiziert. Damit bestätigte die Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung e.V. (GTH) nach der Erstzertifizierung im Jahr 2021 erneut die hohe Qualität des Zentrums in der Versorgung von Kindern, Jugendlichen und erwachsenen Patient:innen mit Blutgerinnungsstörungen. Die spezialisierte Einrichtung ist das einzige zertifizierte Hämophilie-Zentrum in Sachsen-Anhalt.
„Gerinnungsstörungen begleiten viele Betroffene ein Leben lang. Umso wichtiger ist eine spezialisierte Versorgung, die für Patient:innen verschiedener Altersgruppen individualisiert werden kann“, sagt Dr. Caspar Kühnöl, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin und Leiter des Hämophilie-Zentrums der Universitätsmedizin Halle. „Als Universitätsklinikum profitieren wir von der engen Zusammenarbeit verschiedener Fachdisziplinen, die für die Betreuung hämophiler Patient:innen von großer Bedeutung ist. Die erfolgreiche Rezertifizierung bestätigt die hohe Qualität dieser Strukturen und ist zugleich eine Anerkennung für das Engagement unseres Teams.“
Hämophilie und andere Bluterkrankungen im Fokus
Schwerpunkt des Zentrums ist die interdisziplinäre Diagnostik, Behandlung und Betreuung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Blutungsneigungen oder einer zu starken Gerinnungsfähigkeit des Blutes (Thromboseneigung). Eine der auftretenden Erkrankungen ist die Hämophilie, auch „Bluterkrankheit“ genannt. Es handelt sich um eine Erbkrankheit, bei der die Blutgerinnung gestört ist. Betroffenen fehlen bestimmte Proteine, die bei gesunden Menschen zur Blutgerinnung beitragen. Das führt dazu, dass Wunden stärker bluten und verzögert verheilen, bei Stößen große Hämatome entstehen oder auch innere Blutungen begünstigt werden können. Behandelt werden hämophile Patient:innen mit der Zugabe von Gerinnungsfaktoren oder anderen gerinnungswirksamen Medikamenten.
Auch die Blutungsneigungen v.-Willebrand-Erkrankung (Typ 1, 2 und 3), seltene Faktoren-Mängel und Blutplättchen-Funktionsstörungen (Thrombozytopathien) gehören zum Behandlungsspektrum des Zentrums. Des Weiteren betreut das Team Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Thrombosen und Lungenembolien.
Zertifizierung bestätigt hohe Versorgungsqualität
Herausgeberin des Zertifizierungssystems für Hämophilie-Zentren ist die Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung e.V.. Mit dem entwickelten System strebt die GTH eine Verbesserung der medizinischen Qualität, der Patient:innenorientierung und der wirtschaftlichen Effizienz an. Die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zertifizierung sind unter anderem optimal ausgebildetes ärztliches und nichtärztliches Fachpersonal, eine adäquate Labordiagnostik sowie eine 24-Stunden-Notfallversorgung.
