Akute Beschwerden, aber kein Notfall: Universitätsmedizin Halle eröffnet neue Allgemeinmedizinische Akutambulanz

Ärztin in blauer Arbeitskleidung und weißem Kittel blickt in die Kamera.

Dr. Nadja Schwark, Ärztin der Allgemeinmedizinischen Akutambulanz

In der Zentralen Notaufnahme (ZNA) werden Patient:innen nach der Dringlichkeit ihrer Beschwerden behandelt – wer keinen lebensbedrohlichen Notfall hat, muss oft längere Wartezeiten in Kauf nehmen. Die neue Allgemeinmedizinische Akutambulanz am Universitätsklinikum Halle (Saale) bietet eine gute Alternative: Patient:innen mit akuten, nicht lebensbedrohlichen Beschwerden können vor Ort direkt die Akutambulanz aufsuchen, zeitnah versorgt werden und die ZNA bleibt für echte Notfälle frei.

Die Allgemeinmedizinische Akutambulanz ist am Hauptstandort der Universitätsmedizin Halle in der Ernst-Grube-Straße angesiedelt und Teil des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) Universitätsklinikum Halle gGmbH. Sie deckt das Leistungsspektrum einer akuten allgemeinmedizinischen Versorgung ab. Behandelt werden einfache, akute Erkrankungen, wie z.B. Infekte der oberen Atemwege, unspezifische Rückenschmerzen oder kleinere Verletzungen. Wird im Rahmen der Behandlung in der Akutambulanz ein dringender Weiterbehandlungsbedarf festgestellt, ermöglicht die räumliche Nähe zur ZNA eine unverzügliche Übernahme der Patient:innen.

„Wir richten uns an Menschen, die schnell und kompetent behandelt werden müssen, ohne dass ein lebensbedrohlicher Notfall vorliegt", sagt Dr. Nadja Schwark, Ärztin der Akutambulanz. „Gerade in den Randzeiten, wenn viele hausärztliche Praxen bereits geschlossen oder nur noch eine Terminsprechstunde haben, sind wir mit unseren Öffnungszeiten von 12 bis 20 Uhr eine wichtige Anlaufstelle. Genau für diese Fälle bieten wir eine strukturierte und zügige Versorgung an einem Ort." 

Für die Behandlung steht ein Team aus Allgemeinmediziner:innen und erfahrenem medizinischen Fachpersonal bereit. Zur diagnostischen Ausstattung gehören unter anderem Ultraschall, EKG, Labordiagnostik und ein CRP-Schnelltest (Bluttest, der sofort zeigt, ob eine Entzündung vorliegt), sodass viele akute Beschwerdebilder direkt vor Ort abgeklärt werden können.

„Die Zentrale Notaufnahme muss für tatsächliche Notfälle jederzeit verfügbar und für den Rettungsdienst aufnahmebereit sein", sagt PD Dr. Matthias Janda, Ärztlicher Direktor der Universitätsmedizin Halle. „Mit der Akutambulanz schaffen wir dafür zusätzlichen Freiraum und verkürzen gleichzeitig die Wartezeit für Patientinnen und Patienten, deren Beschwerden zwar akut, aber nicht lebensbedrohlich sind."

Kein Ersatz für die Hausarztpraxis, sondern eine zusätzliche Anlaufstelle

Die Allgemeinmedizinische Akutambulanz ist kein Ersatz für Hausärzt:innen: Präventionsleistungen und eine langfristige Betreuung bleiben weiterhin Aufgabe der hausärztlichen Versorgung. Niedergelassene Zuweiser:innen können Patient:innen bei Bedarf gezielt in die Akutambulanz überweisen. Eine Weiterleitung in eine der Fachambulanzen des Universitätsklinikums Halle (Saale) ist ebenfalls möglich. Rücküberweisungen an die behandelnden Hausärzt:innen sowie ein Arztbrief sind fester Bestandteil des Ablaufs.

„Als Medizinisches Versorgungszentrum übernehmen wir mit der Allgemeinmedizinischen Akutambulanz eine wichtige Versorgungsaufgabe direkt am Klinikstandort", erklärt Prof. Dr. Ralph Grabitz, Ärztlicher Leiter und Geschäftsführer des MVZ Universitätsklinikum Halle gGmbH. „Für reguläre Anliegen bleibt die Hausarztpraxis der richtige Weg. Wir schaffen mit der Akutambulanz ein zusätzliches Angebot für akute Fälle außerhalb dieser Sprechzeiten – ambulant, patient:innenorientiert und eng abgestimmt mit den niedergelassenen Praxen."

Die Allgemeinmedizinische Akutambulanz am Universitätsklinikum Halle (Saale) ist von Montag bis Samstag durchgehend von 12 bis 20 Uhr geöffnet, ein Zugang ist ohne vorherige Terminvereinbarung möglich.