Universitätsmedizinen Sachsen-Anhalt: Motor für vernetzte Versorgung, Innovation und Fachkräftesicherung
Unter dem Leitmotiv „Universitätsmedizin in Sachsen-Anhalt – Innovation übersetzen, Versorgung sichern“ haben die Universitätsklinika Magdeburg und Halle (Saale) gemeinsam zum Parlamentarischen Abend auf den Campus der Universitätsmedizin Magdeburg eingeladen. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Gesundheitswesen und Gesellschaft nutzten die Veranstaltung für den Austausch über die Zukunft der medizinischen Versorgung in Sachsen-Anhalt.
Im Mittelpunkt standen die zentrale Rolle der Universitätsmedizin für Forschung, Spitzenmedizin, medizinische Ausbildung und die Sicherung der Versorgung – insbesondere im Flächenland Sachsen-Anhalt. Deutlich wurde dabei die herausragende Bedeutung der Standorte Magdeburg und Halle als Innovationsmotoren für moderne Medizin und als tragende Säulen des Gesundheitssystems im Land.
Die Universitätsmedizinstandorte übernehmen dabei weit über die Maximalversorgung hinaus Verantwortung für das gesamte Gesundheitssystem des Landes – als wissenschaftliche Impulsgeber, Innovationstreiber, Ausbildungseinrichtungen und koordinierende Partner:innen wichtiger regionaler Versorgungsnetzwerke.
Der Wissenschaftsminister und Aufsichtsratsvorsitzende beider Universitätsklinika Prof. Dr. Armin Willingmann hob die Bedeutung der Einrichtungen hervor:
„Die Universitätsmedizin in Sachsen-Anhalt steht für wissenschaftliche Exzellenz, medizinischen Fortschritt und Verantwortung für die Gesundheitsversorgung der Menschen. Forschung darf nicht im Labor enden – sie muss dort ankommen, wo sie gebraucht wird: bei den Patientinnen und Patienten. Unseren Universitätsklinika gelingt das auf höchstem Niveau. Auch weil das Land ihnen in herausfordernden Zeiten den Rücken stärkt“, betonte Willingmann auch in seiner Funktion als stellvertretender Ministerpräsident.
Die Veranstaltung machte sichtbar, wie eng Forschung, klinische Spitzenmedizin, Lehre und Versorgung in der Fläche miteinander verbunden sind. Vorgestellt wurden unter anderem innovative Ansätze aus den Bereichen Prävention, Robotik, KI-gestützte Diagnostik, translationale Medizin sowie moderne Netzwerkstrukturen für eine wohnortnahe Versorgung. Exponate aus der medizinischen Robotik sowie Präsentationen ausgewählter Fachbereiche boten den Gäst:innen beim anschließenden Get-together die Möglichkeit zum direkten Austausch mit Expertinnen und Experten beider Universitätsklinika.
Bereits im Vorfeld des Parlamentarischen Abends hatten Vertreter:innen aus Politik und Wissenschaft anlässlich des Kindertages die Universitätskinderklinik in Magdeburg besucht. Dort wurden innovative Projekte vorgestellt, die beispielhaft für die Verbindung von Forschung und Versorgung stehen. Dazu gehören unter anderem KI-gestützte Modelle zur Vorhersage von Krankheitsverläufen bei seltenen Tumorerkrankungen, ein „Digital Twin“-Modell zur frühzeitigen Erkennung respiratorischen Versagens in der pädiatrischen Intensivmedizin sowie neue Ansätze in der pädiatrischen Prävention.
PD Dr. med. habil. Matthias Janda, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Halle (Saale), erklärte:
„Unsere Universitätsmedizin trägt Verantwortung für die Gesundheitsversorgung der Menschen in ganz Sachsen-Anhalt – gerade dort, wo Erkrankungen komplex werden und höchste Spezialisierung gefragt ist. In der Onkologie, der Herzgesundheit und der Altersmedizin verbinden wir Spitzenmedizin mit wohnortnaher Versorgung und machen medizinischen Fortschritt unmittelbar für die Bürgerinnen und Bürger nutzbar. Mit unserer Kooperation mit dem Bergmannstrost Klinikum Halle zeigen wir, wie sektorenübergreifende Zusammenarbeit Versorgung sichert und Ressourcen klug bündelt – mit einer Notfallversorgung, die auch in schwersten Fällen verlässlich funktioniert. Damit sind wir medizinischer Anker für Sachsen-Anhalt und ein verlässlicher Partner für die Gesundheitspolitik des Landes."
Prof. Dr. Heike Kielstein, Dekanin der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, ergänzte:
„Die medizinische Versorgung im ländlichen Raum ist eine der drängendsten Herausforderungen unserer Zeit – eine, der wir uns aktiv stellen. Mit dem TPG-Projekt erproben wir neue Versorgungsmodelle, die Telemedizin konsequent einbinden und Patientinnen und Patienten auch abseits der Ballungszentren eine hochwertige medizinische Versorgung sichern. Doch innovative Forschung und Versorgung braucht exzellente Köpfe: Wir bilden die Ärztinnen und Ärzte sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von morgen aus – Menschen, die nicht nur medizinisches Wissen mitbringen, sondern auch den Willen, Versorgung aktiv weiterzudenken – denn so übersetzen wir Forschung in Versorgungsrealität – für Sachsen-Anhalt und als Modell für ganz Deutschland.“
Prof. Dr. Hans-Jochen Heinze, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Magdeburg, hob hervor:
„Universitätsmedizin ist kein Luxus, sondern ein unverzichtbarer Teil der Daseinsvorsorge. Wir übernehmen Verantwortung für die Gesundheitsversorgung weit über den eigenen Campus hinaus. In Zukunftsfeldern wie Hirngesundheit, KI-gestützter Diagnostik, Robotik und zellbasierten Therapien setzen wir in Magdeburg Standards und treiben medizinische Innovationen aktiv voran. Gleichzeitig sind wir ein bedeutender Wirtschafts- und Standortfaktor für Sachsen-Anhalt und sichern mit der Ausbildung hochqualifizierter Fachkräfte die Zukunft der Medizin in unserem Land. Gerade in einem Flächenland wie Sachsen-Anhalt braucht es starke universitätsmedizinische Zentren, die Innovationen entwickeln und gemeinsam mit regionalen Partnern in die Versorgung der Menschen bringen.“
Prof. Dr. Daniela Dieterich, Dekanin der Medizinischen Fakultät der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, betonte:
„Magdeburg ist ein international sichtbarer Standort für innovative Universitätsmedizin. Wir leisten in vielen Bereichen wichtige Pionierarbeit – von Prävention und modernster Medizintechnik über die Neurowissenschaften bis hin zu neuartigen Zell- und Immuntherapien. Besonders wichtig ist uns dabei die Ausbildung des medizinischen Nachwuchses: Die Ärztinnen und Ärzte, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Gesundheitsberufe, die wir heute ausbilden, werden die Versorgung in Sachsen-Anhalt in den kommenden Jahrzehnten maßgeblich tragen und gestalten.“
Der Parlamentarische Abend unterstrich zugleich die gemeinsame strategische Ausrichtung der beiden Universitätsmedizinstandorte: Wissenschaftliche Erkenntnisse schneller in die klinische Anwendung zu überführen, hochqualifizierte Fachkräfte auszubilden und moderne medizinische Versorgung für die Menschen in allen Regionen Sachsen-Anhalts sicherzustellen.

