Brüssel als Bühne für Strukturwandelprojekte: Universitätsmedizin Halle zeigt Innovationen für die Gesundheitsversorgung
Beim Sommerfest der Landesvertretung Sachsen-Anhalt in Brüssel präsentierten sich am Mittwoch die großen Transformations- und Strukturwandelverbünde der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU). Mit dabei war auch die TPG – Innovationsregion für die digitale Transformation von Pflege und Gesundheitsversorgung. Rund 400 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft folgten der Einladung.
Der Verbund stellte seine Arbeit im Herzen Europas gemeinsam mit dem „Just Transition Center“ für Strukturwandellösungen und der „DiP Sachsen-Anhalt – Modellregion der Bioökonomie“ der MLU vor. Die Exponate der TPG stießen dabei auf großes Interesse. So veranschaulichten der Laufroboter „Spot“, der Personen beim Spaziergang begleiten und Stürze erkennen kann, und die Medikamentendrohne aktuelle Ansätze für die Gesundheitsversorgung. Diese Beispiele befeuerten Diskussionen über die medizinische Versorgung in strukturschwachen Gebieten. Dabei standen Fragen zur praktischen Umsetzung, zu möglichen Kosteneinsparungen und zur Bedeutung im Kampf gegen das Apothekensterben im Mittelpunkt.
Vor Ort verschaffte sich auch Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, einen persönlichen Eindruck. In einem Grußwort hob sie die besondere Bedeutung Sachsen-Anhalts für die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit Europas hervor. Halle stehe heute für Zukunftsfelder wie Biotechnologie, Medizinprodukte, künstliche Intelligenz und Digitalisierung – Bereiche, die entscheidend für Europas technologische Stärke seien. Eine wichtige Säule sei dabei auch die länderübergreifende Kooperation: „Wir werden die geopolitischen Umbrüche nur meistern, wenn wir ganz fest zusammenstehen. Teamplay ist immer besser als Alleingang“, betonte sie.
Dieser Appell an den Zusammenhalt gilt auch für die Universitäten: „Die großen Herausforderungen der Gegenwart lassen sich nur gemeinsam lösen. Das gilt für Europa genauso wie für die Wissenschaft. Fortschritt entsteht dort, wo unterschiedliche Perspektiven und Kompetenzen zusammenkommen“, erklärt Prof. Dr. Heike Kielstein, Dekanin der Medizinischen Fakultät der MLU. „Für uns steht fest, dass Strukturwandel, Wissenschaft und europäische Zusammenarbeit untrennbar miteinander verbunden sind. Das ist auch ein Kerngedanke des TPG-Verbundes, der an der Universitätsmedizin Halle koordiniert wird.“
Übergeordnetes Ziel der TPG ist die Entwicklung moderner Technologien für die Pflege- und Gesundheitsversorgung der Zukunft. Gemeinsam mit Kommunen, Unternehmen, Gesundheitseinrichtungen und Bürger:innen sollen diese Ansätze in die Praxis überführt werden. Damit reagiert der Verbund auf die wachsenden Herausforderungen einer alternden Gesellschaft.
Digitale Technologien spielen hierbei eine zentrale Rolle: „Digital Health“, also der Einsatz digitaler Anwendungen im Gesundheitswesen, birgt großes wirtschaftliches Potenzial und soll weiter ausgebaut werden.
Der Fokus liegt zunächst auf dem ländlich geprägten südlichen Sachsen-Anhalt als „Innovationsregion“ mit der Vision, die hier gewonnenen Erfahrungen und Ergebnisse in andere Regionen Europas zu übertragen. Das BMFTR stellt für den Verbund bis 2033 jährlich bis zu 20 Millionen Euro bereit.


