Mehr Geborgenheit vor der Operation: Eltern dürfen ihr Kind bis zum Einschlafen begleiten

Detailaufnahme: Die Hand eines Kindes liegt in der Hand einer erwachsenen Person. In der Hand des Kindes befindet sich ein Zugang mit einer Flexüle.

Während der Einleitung der Narkose darf ein Elternteil sein Kind begleiten (Symbolbild, 100998037 stock.adobe.com)

Am Universitätsklinikum Halle (Saale) dürfen Eltern ihr Kind vor einer Operation bis zum Einschlafen begleiten. Das neue Angebot gibt den jungen Patient:innen mehr Geborgenheit, hilft Ängste zu reduzieren und stärkt die familienorientierte Betreuung am Klinikum.

„Für Kinder ist der Weg in den OP oft mit Unsicherheit verbunden. Die Nähe einer vertrauten Bezugsperson kann dabei sehr beruhigend wirken. Unser Ziel ist es, Kindern und Eltern die Situation rund um die Narkose so angenehm wie möglich zu gestalten“, erklärt Benjamin Schüler, Bereichsleitung Anästhesie im Zentral-OP der Universitätsmedizin Halle.

Die Begleitung durch ein Elternteil ist grundsätzlich bei allen geplanten Narkoseeinleitungen bei Kindern und Jugendlichen möglich und wird im Aufklärungsgespräch vor dem Eingriff thematisiert. Die endgültige Entscheidung trifft das zuständige Anästhesieteam direkt vor der Operation. „Die Sicherheit unserer Patient:innen steht jederzeit an erster Stelle. Bei akuten Infekten, Fieber, Magen-Darm-Beschwerden oder in besonderen Notfallsituationen kann eine Begleitung leider nicht ermöglicht werden“, betont Benjamin Schüler.

Bestehen keine medizinischen oder organisatorischen Bedenken, bringt eine Pflegefachperson das Kind und ein Elternteil in den Einleitungsbereich. Der oder die Begleiter:in erhält eine hygienische Schutzkleidung und wird in den Ablauf eingewiesen. Während der Einleitung der Narkose darf das Elternteil bei seinem Kind bleiben und es mit Worten beruhigen oder die Hand halten, bis es eingeschlafen ist. 

Die Rückmeldungen der Familien sind durchweg positiv. Viele Eltern berichten, dass ihre Kinder die Situation deutlich ruhiger und entspannter erleben. „Das neue Angebot ist ein wichtiger Schritt hin zu einer modernen und besonders kindgerechten Anästhesie“, sagt Benjamin Schüler.