Neue Blicke auf den menschlichen Körper: Kunst- und Fotoausstellung widmen sich den Meckelschen Sammlungen
Wissenschaft trifft Kunst: Im Juni und Juli 2026 bieten zwei Ausstellungen in Halle (Saale) besondere Perspektiven auf den menschlichen Körper. Die ausgestellten Kunstwerke und Fotografien beruhen auf den Meckelschen Sammlungen, einer der größten anatomischen Sammlungen Europas. Ausstellungsort ist die ehemalige Krankenhauskapelle auf dem Medizin-Campus Steintor in Halle (Saale). Der Eintritt ist kostenfrei.
Den Auftakt bildet die Ausstellung „DYSMORPHIA“, die vom 5. bis zum 12. Juni zu sehen ist. Darin verbindet die Künstlerin Marie Lynn Speckert die historischen Sammlungsstücke mit einer zeitgenössischen Inszenierung, ergänzt durch Klang- und visuelle Effekte. Ihre Arbeit setzt sich intensiv mit den anatomischen Beständen und deren wissenschaftlichen, ethischen sowie kulturhistorischen Bezügen auseinander. Das Projekt wird durch ein Stipendium der Kunststiftung Sachsen-Anhalt und der Kloster Bergesche Stiftung gefördert.
Anschließend ist vom 19. Juni bis 10. Juli die Fotoausstellung „Der besondere Blick – die Ästhetik anatomischer Präparate“ des halleschen Fotografen Steffen Schellhorn zu sehen. Sie zeigt Aufnahmen der Sammlungspräparate, die den menschlichen Körper mit bemerkenswerten Details darstellen. Durch zum Teil makroskopische Fotografien kommen Strukturen zum Vorschein, die sonst verborgen bleiben. Diese und weitere Bilder erscheinen zugleich in einem neuen Buch, das vom Förderverein Meckelsche Sammlungen e. V. herausgegeben wird und in Kooperation mit Steffen Schellhorn entstanden ist.
Die Meckelschen Sammlungen, Inspiration und Ausgangspunkt der Ausstellungen, gehören mit insgesamt über 8.000 Präparaten zu den größten anatomischen Sammlungen Europas. Seit 2015 sind sie in das „Verzeichnis national wertvolles Kulturgut“ eingetragen und gelten damit offiziell als besonders bedeutsam für das kulturelle Erbe Deutschlands. Die Geschichte der Sammlungen reicht bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts zurück. Gegenwärtig sind sie im Institut für Anatomie und Zellbiologie der Universitätsmedizin Halle zu finden.
Der Ausstellungsort wurde in den Jahren 1882/83 im neugotischen Stil als Krankenhauskapelle errichtet, als die medizinischen Universitätseinrichtungen an der Magdeburger Straße entstanden. Nach Jahrzehnten in denen sie nicht zugänglich war, öffnete die Kapelle im Jahr 2025 erstmals wieder ihre Türen für die Öffentlichkeit.
Kunstausstellung „DYSMORPHIA“
Vernissage: 04. Juni 2026, 16:00 Uhr
05. bis 12. Juni 2026, Flyer
Montag bis Freitag von 12:30 bis 18:00 Uhr (12. Juni bis 16:00 Uhr)
Fotoausstellung „Der besondere Blick – die Ästhetik anatomischer Präparate“
19. Juni bis 10. Juli 2026
Mittwoch bis Freitag von 12:30 bis 17:30 Uhr
Ausstellungsort „Kapelle Medizin-Campus Steintor“
Der Eintritt zu den Ausstellungen ist kostenfrei,
Zugang über die Magdeburger Straße 20, 06112 Halle (Saale).
Die Kapelle befindet sich zentral auf dem Medizin-Campus Steintor (Lageplan)
Spenden für den Erhalt des Gebäudes sind vor Ort oder über das Konto des Fördervereins möglich.
Empfänger: Förderverein UKH e.V.
IBAN: DE65 8005 3762 1894 0680 13
Bitte geben Sie als Verwendungszweck „Kapelle retten“ an.
