Neu: Ambulante Reha für erwachsene Patient:innen mit Cochlea-Implantat
Patient:innen mit Cochlea-Implantat (CI) können ihre Rehabilitation am Universitätsklinikum Halle (Saale) seit März 2026 auch ambulant absolvieren. In den neu gestalteten Räumlichkeiten bietet die Universitätsklinik und Poliklinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie damit eine mögliche Alternative zur stationären Reha. Ziel des neuen Angebots ist es, Betroffenen eine wohnortnahe und alltagstaugliche Unterstützung auf dem Weg zum verbesserten Hören zu ermöglichen.
„Mit der ambulanten CI-Rehabilitation schaffen wir ein Angebot, das besser zur Lebensrealität einiger Patient:innen passt“, sagt PD Dr. Luise Wagner, Bereichsleitung Cochlea-Implantate in der Universitätsklinik und Poliklinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie der Universitätsmedizin Halle. „Gerade Eltern kleiner Kinder, pflegende Angehörige, Selbstständige oder Alleinerziehende können eine mehrwöchige stationäre Rehabilitation oft nur schwer organisieren. Uns ist wichtig, dass notwendige rehabilitative Unterstützung nach einer Cochlea-Implantation nicht an persönlichen oder familiären Rahmenbedingungen scheitert.“
Ein Cochlea-Implantat ist eine elektronische Hörprothese für Menschen mit hochgradigem Hörverlust oder Taubheit. Das Implantat übernimmt die Funktion der geschädigten Sinneszellen im Innenohr. Ein außen getragenes Mikrofon nimmt Schall auf, ein Sprachprozessor wandelt die Signale in elektrische Impulse um und überträgt sie an das Implantat im Innenohr. Dort wird der Hörnerv direkt stimuliert, sodass die Signale an das Gehirn weitergeleitet und als Höreindrücke wahrgenommen werden können.
Das Angebot richtet sich an Patient:innen, die am Universitätsklinikum Halle (Saale) ein solches Hörimplantat erhalten haben. Die ambulante Folgetherapie ist Bestandteil der Versorgung nach der Operation und dauert etwa 20 Tage. Auf dem Programm steht ein intensives Hörtraining, das neben vielen anderen Bereichen auch ein Telefon- und Musiktraining beinhalten kann. Ein erfahrenes Team aus CI-Therapeut:innen, Logopäd:innen, Audiolog:innen, Fachexpert:innen aus der Funktionsdiagnostik sowie Ärzt:innen und Psycholog:innen betreut die Patient:innen in Einzel- und Gruppenterminen. Für die Beratungen und Trainings stehen neu gestaltete Räumlichkeiten mit angenehmer Atmosphäre zur Verfügung.
„Das Hören mit dem CI ist für die Patient:innen eine ganz neue Erfahrung. Im Rahmen des Trainings werden Hörerinnerungen mit den neuen Höreindrücken abgeglichen. Von einfach Geräuschen und Klängen bis hin zum Verstehen von Sprache begleiten wir die Teilnehmenden durch die Welt des wiedererlangten Hörens“, erklärt PD Dr. Wagner.
Während der Therapie kontrolliert das Team regelmäßig, ob das Cochlea-Implantat angepasst werden muss. Auch Gleichgewichtsübungen und eine psychologische Betreuung sind Teil des Angebots.
„Seit inzwischen 30 Jahren begleiten wir Patient:innen mit Cochlea-Implantat am Universitätsklinikum Halle (Saale)“, sagt Dr. Gerrit Götze, Oberärztin und Fachärztin für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde sowie Mitglied des Leitungsteams des Halleschen Hör- und Implantat-Zentrums der Universitätsmedizin Halle. „Unser Ziel ist es, die Betroffenen langfristig auf ihrem Weg zu einem besseren Hören zu unterstützen – von der Implantation über die Rehabilitation bis hin zur lebenslangen Nachsorge.“
