Projektpreis 2025: Digitale Karteikarten im Medizinstudium zum dritten Mal ausgezeichnet

Für ihren besonderen Einsatz, das Lernen im Medizinstudium möglichst effizient zu gestalten, hat die „Anki-AG Halle” erneut die meisten Stimmen beim Projektpreis erhalten. Um die Fülle an Lernstoff besser bewältigen zu können, stellt das Team kostenfreie, digitale Karteikarten bereit und gibt Tipps zur optimalen Nutzung. Der mit 10.000 Euro dotierte Projektpreis 2025 unterstützt die Weiterentwicklung dieser Arbeit.

Die studentische Arbeitsgruppe ist Teil des bundesweiten Kollektivs „Ankizin“, das sich für effizientes Lernen im Medizinstudium einsetzt. Die Grundidee: Mithilfe der Open-Source-Software „Anki“ Lerninhalte regelmäßig wiederholen, um sie nachhaltig zu verankern. Inzwischen stehen fast 50.000 Karteikarten in fachspezifischen Sammlungen – sogenannten „Decks“ – zur Verfügung. 

„Im Medizinstudium hat jede Universität ihr eigenes Curriculum. Jeder lernt individuell und alle steigen an einem anderen Punkt ein. Anki bietet dafür jede Menge Möglichkeiten. Wir geben Tipps, wie das volle Potenzial ausgeschöpft werden kann, und entwickeln die Lerninhalte maßgeschneidert für Halle weiter“, erklärt Daniel Fister von der Anki-AG Halle. Zur Unterstützung von Anki-Neulingen bietet die AG beispielsweise Einführungsveranstaltungen für Erstsemester, Workshops sowie Online-Wikis und Videos an.

Das Preisgeld fließt in die strukturierte Aufarbeitung von Lerninhalten, aktuell insbesondere aus dem vorklinischen Studienabschnitt. Darüber hinaus soll eine Plattform entstehen, über die alle Studierenden Verbesserungsvorschläge und Rückmeldungen geben können. „Ohne eine solche Plattform müssten die Anki-Karten von Benutzer zu Benutzer versendet werden und eine synchrone Editierung von Inhalten wäre nicht möglich“, erklärt der hallesche Medizinstudent. So lässt sich die Qualität der Karteikarten für die kommenden Jahrgänge weiter verbessern.

Speziell für Halle arbeitet das Team außerdem an zusätzlichen Karteikarten, die als gezielte Ergänzung für Lokalklausuren dienen und somit auch den lokalen Prüfungsanforderungen neben dem Staatsexamen gerecht werden. 


„Was als kleines, enthusiastisches Lernkartenprojekt begann, ist inzwischen zu dem digitalen Lernwerkzeug für Medizinstudierende im deutschsprachigen Raum geworden. Ankizin ist ein Beispiel dafür, wie Studierende selbst digitale Lehre auf ein neues Niveau heben können“, erklärte Martin Würstlein, Vorsitzender des Fachschaftsrates Medizin Halle, in seiner Laudatio zur Übergabe des Projektpreises.

Die Anki-AG Halle hat den Projektpreis damit bereits zum dritten Mal errungen. In diesem Jahr waren vier Projekte nominiert. Das Preisgeld wird von der Medizinischen Fakultät zur Verfügung gestellt. Abstimmen konnten alle Studierenden der Medizinischen Fakultät Halle.

„Ankizin“ ist ein Projekt der AG Medizinische Ausbildung der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd e.V.) unter der Leitung von Daniel Fister. Insgesamt gibt es 15 lokale Ableger an medizinischen Fakultäten in Deutschland, an denen sich bereits über 100 Personen aktiv beteiligen, inklusive deutscher Studiengänge im EU-Ausland und Studierenden aus der Zahnmedizin.