Komplexe Infektionen und Tropenkrankheiten: Universitätsmedizin Halle erweitert ihr ambulantes Angebot

Zwei Männer stehen in einem Gang des Universitätsklinikums Halle (Saale) und schauen in die Kamera. Beide tragen Arztkittel.

Dr. Stefan Moritz und Dr. Sebastian Wendt (v.l.) leiten die Spezialambulanz.

Wer nach einer Reise plötzlich Fieber bekommt oder an wiederkehrenden Infektionen leidet, findet künftig spezialisierte Unterstützung direkt in Halle: Die Universitätsmedizin Halle eröffnet am 27. April 2026 eine neue Spezialambulanz für Infektiologie und Tropenmedizin. Patient:innen mit komplexen Infektionskrankheiten oder reiseassoziierten Erkrankungen erhalten dort eine umfassende ambulante Diagnostik und Behandlung. 

„Mit der neuen Spezialambulanz schaffen wir ein Anlaufzentrum, das Patient:innen in Sachsen-Anhalt eine wohnortnahe und zugleich hochspezialisierte Versorgung ermöglicht“, sagt Dr. Stefan Moritz, Leiter der Klinischen Infektiologie des Universitätsklinikums Halle (Saale). „Gerade bei unklaren oder langwierigen Infektionserkrankungen ist eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit entscheidend – diese können wir hier auf universitärem Niveau anbieten.“ 

Die Spezialambulanz erweitert die bestehende HIV-Schwerpunktsprechstunde am Universitätsklinikum Halle (Saale) und deckt künftig das gesamte Spektrum relevanter Infektionserkrankungen ab. Dazu zählen bakterielle und virale Systeminfektionen, komplizierte oder wiederkehrende Krankheitsverläufe, sexuell übertragbare Infektionen sowie seltene oder schwer zu diagnostizierende Krankheiten. Die Betreuung erfolgt in enger Abstimmung mit weiteren Fachrichtungen, um sowohl in akuten Phasen als auch in der Nachsorge eine kontinuierliche Versorgung sicherzustellen. 

Ein besonderer Fokus liegt auf dem tropenmedizinischen Bereich. Hier finden Reiserückkehrende mit unklaren oder fieberhaften Erkrankungen fachkundige Unterstützung – etwa bei Malaria, reiseassoziierten Durchfallerkrankungen oder seltenen importierten Infektionen aus tropischen und subtropischen Regionen. Damit wird in Sachsen-Anhalt erstmals ein umfassendes Angebot dieser Art vorgehalten. 

Auch niedergelassene Ärzt:innen können die Expertise der neuen Einrichtung nutzen und sich bei infektiologischen Fragestellungen telefonisch beraten lassen – etwa zu Infektionsrisiken nach Tierkontakten oder zur Indikation und Durchführung einer Postexpositionsprophylaxe. „Uns ist der fachliche Austausch wichtig. Die Spezialambulanz soll auch die Schnittstelle zwischen ambulanter Versorgung und Klinik stärken“, betont Dr. Sebastian Wendt, kommissarischer Leiter der Stabsstelle Krankenhaushygiene der Universitätsmedizin Halle. 

Darüber hinaus fügt sich die Einrichtung nahtlos in das bestehende reisemedizinische Angebot der Universitätsmedizin Halle ein. Bereits etabliert sind eine präventive reisemedizinische Beratung in der Arbeitsmedizin sowie tauchmedizinische Beratungen und Untersuchungen im Zentrum für Hyperbarmedizin. Mit der neuen Ambulanz wird dieses Leistungsspektrum um die spezialisierte Versorgung nach Auslandsaufenthalten erweitert. 

Informationen zur Terminvereinbarung:
www.umh.de/patientenportal oder telefonisch unter 0345 – 557 3976