In Deutschland erkrankt jede vierte Frau an Krebs, davon am häufigsten an Brustkrebs. Bei 5-10% der Brustkrebserkrankungen liegt eine erbliche Ursache vor. Einige der ursächlichen Gene für Brust- und Eierstockkrebs sowie einige andere Krebserkrankungen können inzwischen identifiziert werden. So kann schon bei Gesunden festgestellt werden, ob ein erhöhtes Risiko besteht. Die genetische Untersuchung ist sinnvoll, wenn bestimmte Risikofaktoren vorliegen, wie z. B. das gehäufte oder frühe Auftreten von Krebserkrankungen in der Familie.
Wenn Sie eine tumorgenetische Beratung wünschen, vereinbaren Sie bitte einen Termin mit uns:
Projektkoordination FBREK / Planung SPR:
Telefon: 0345 557 3908
Die weitere Diagnostik erfolgt über die FBREK-Sprechstunde Humangenetik (z. B. Genanalysetests etc.)
Telefon: 0345 557 3016
Wir sind für Sie da
Neben einer Häufung von Krebserkrankungen in der Familie ist auch ein vergleichsweise frühes Alter bei Diagnose der Erkrankung ein Hinweis auf erblichen Brust- und Eierstockkrebs.
Von einer familiären Belastung für Brust- und Eierstockkrebs spricht man [laut Empfehlung des Deutschen Konsortiums für Familiären Brust- und Eierstockkrebs], wenn eine dieser Konstellationen bei Ihnen vorliegt:
- mind. drei Frauen aus der gleichen Linie* einer Familie erkrankten an Brustkrebs**, unabhängig vom Alter
- mind. zwei Frauen aus der gleichen Linie einer Familie erkrankten an Brustkrebs, davon 1 jünger als 51 Jahre
- mind. zwei Frauen aus der gleichen Linie einer Familie erkrankten an Eierstockkrebs
- mind. eine Frau erkrankte an Brustkrebs und eine weitere Frau an Eierstockkrebs oder an Brust- und Eierstockkrebs unabhängig vom Alter
- mind. eine Frau erkrankte jünger als 36 Jahre an Brustkrebs
- mind. eine Frau erkrankte jünger als 51 Jahre an bilateralem Brustkrebs
- mind. ein Mann erkrankte an Brustkrebs***
- mind. eine Frau erkrankte an triple-negativem Brustkrebs jünger als 60 Jahre***
- mind. eine Frau erkrankte an Eierstockkrebs jünger als 80 Jahre***
- bei mind. eine Person der Familie liegt eine bereits nachgewiesene pathogene Mutation in einem der Kerngene vor
* Die „gleiche Linie“ bezieht sich auf die mütterliche oder väterliche Linie der zu beratenden Person.
** Der Brustkrebs umfasst auch das DCIS, der Eierstockkrebs umfasst auch Borderline-Tumoren, primäre Tuben- und Peritonealkarzinom sowie STIC als obligate Vorstufen hochgradiger seröser Ovarialkarzinome.
*** Diese Konstellationen gelten vorbehaltlich der weiteren prospektiven Validierung.
Für ein Beratungsgespräch nehmen Sie bitte Kontakt per Mail fbrek☉uk-halle.de oder telefonisch unter 0345 557 3908 mit uns auf.
Im Vorfeld werden zur Risikofeststellung und Beratung relevante ärztliche Unterlagen zur Diagnose bei Ihnen oder Ihren Angehörigen und Angaben zur Häufung von Brust- und/oder Eierstockkrebs-Erkrankung anhand der DKG-Checkliste (Brustkrebszentrum - Checkliste) benötigt:
Die genetische Untersuchung beginnt in der Regel bei dem am jüngsten erkrankten Familienmitglied. Informieren Sie bitte Ihre(n) Angehörige(n) und bringen Sie sie/ihn zur Beratung mit. Des Weiteren bitten wir Sie, uns vorhandenes Befundmaterial (genetische Vorbefunde, histopathologische Berichte bzw. Befunde feingeweblicher Untersuchungen, Operationsberichte, zusammenfassende Arztbriefe) vorab zuzusenden bzw. zum Beratungstermin mitzubringen.
Zur Vorbereitung auf das Beratungsgespräch stehen Ihnen Informationen der Deutschen Krebshilfe zu Brustkrebs zur Verfügung.
Während des ersten Gespräches benötigen wir einige Informationen.
Wenn möglich:
- die Geburtsdaten aller Familienmitglieder
- den genauen Typ der Krebserkrankung
- das Alter bei Diagnosestellung der erkrankten Familienmitglieder
Wenn Sie sich im Verlauf der Beratung für eine genetische Untersuchung entscheiden, würde gegebenenfalls auch eine Untersuchung bei dem erkrankten Familienmitglied durchgeführt werden. Unser Team steht Ihnen sowohl bei der Beratung und der Entscheidungsfindung als auch bei der Früherkennung und der Nachsorge zur Seite.

Die universitäre Ausrichtung unseres Zentrums gewährleistet eine optimale Versorgung, da wir bei Untersuchung und Diagnostik sowohl aktuelle Leitlinien, als auch neueste wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Forschung berücksichtigen. Unser erfahrenes Team zeichnet sich durch enge interdisziplinäre Zusammenarbeit aus und ermöglicht Ihnen eine individuelle Beratung und Therapie. Der interdisziplinäre Ansatz bedeutet außerdem für Sie, dass Sie sich nicht um die Organisation Ihrer Behandlungen kümmern müssen. Termine und eventuelle Therapien werden von unseren kompetenten Fachrichtungen zentral koordiniert. Der Schlüssel für eine erfolgreiche Zusammenarbeit in einem Team bestehend aus so vielen verschiedenen Fachrichtungen ist eine kontinuierliche Kommunikation. Daher finden wöchentlich interdisziplinäre Tumorboards statt, in denen die kooperierenden Abteilungen jeden einzelnen Fall besprechen und gemeinsam Entscheidungen zum weiteren Procedere treffen.



