(Früh-) Kindliche Traumaerfahrungen (ACEs) und (beschleunigtes) biologisches Altern
Ansprechpartner*innen am IMS
Leitung: Dr. Anja Knöchelmann
Mitarbeit: Tobias Rähse, M.A., Richard Riedel
Kooperationspartner:
Prof. Dr. Andreas Simm und Dr. Anne Großkopf aus dem Forschungslabor der Universitätsklinik und Poliklinik für Herzchirurgie des Universitätsklinikums Halle (Saale)
Laufzeit: 01. November 2025 bis 30. April 2028
Hintergrund der Studie
Das Forschungsprojekt „(Früh-)Kindliche Traumaerfahrungen und biologisches Altern“ untersucht die Auswirkungen negativer Erfahrungen in der Kindheit auf das biologische Altern. Die Grundlage für diese Forschung bilden Daten aus der NAKO Gesundheitsstudie.
Studien zeigten einen Zusammenhang zwischen kindlichen Traumaerfahrungen und subjektivem Stresserleben sowie ungesunden Verhaltensweisen wie beispielsweise Rauchen. Zusätzlich hat vergangene Forschung verschiedene Stressfaktoren, auch psychosozialer Stress und ungesunde Verhaltensweisen mit altersassoziierten Erkrankungen in Verbindung gebracht. Forschung zu biologischem Altern in direktem Bezug zu kindlichen Traumaerfahrungen wurde bisher jedoch nur wenig veröffentlicht.
Ziele des Projekts
Das Hauptziel des Projekts ist es, die Beziehung zwischen kindlichen Traumaerfahrungen und biologischen Altern zu untersuchen. Insbesondere soll überprüft werden, ob eine Akkumulation verschiedener Traumaerfahrungen mit beschleunigtem biologischen Altern korreliert. Über weitere Subgruppenanalysen können zusätzlich Informationen zu besonders vulnerablen Gruppen gewonnen werden.
Daten und Methoden
Die Daten stammen aus der NAKO Gesundheitsstudie. Rund 200.000 Menschen im Alter von 19 bis 75 Jahren werden in dieser langfristig begleitet, wobei umfassende Daten zu Lebensgewohnheiten, gesundheitlichen Risikofaktoren und biologischen Markern erhoben werden, die wichtige Einblicke in Alterungsprozesse und Krankheitsprävention bieten.
Die Erhebung kindlicher Traumaerfahrungen erfolgte mittels der deutschen Version des „Adverse Childhood Experiences“-Fragebogens. Dieser wurde am NAKO-Standort Halle (Saale) eingesetzt. Weiterhin erfolgt eine Auswertung des „Childhood Trauma Screener“ (CTS), welcher studienweit erhoben wurde.
Als Marker für das biologische Altern dienen in dieser Studie einerseits fortgeschrittene Glykierungsendprodukte (Advanced Glycation End-Products, AGEs), die mittels Hautautofluoreszenz gemessen werden. Zudem werden über bereitgestellten Bioproben im Blutserum Stoffwechselprodukte sogenannter seneszenter Zellen (SASP-Faktoren) quantifiziert, die ebenfalls im Zusammenhang mit biologischem Altern stehen.
AGE-Messungen wurden bei etwa 44.000 Teilnehmenden durchgeführt. Von den erfassten Proband:innen werden in einem zweiten Schritt Serumproben auf SASP-Faktoren untersucht, um über einen zweiten Marker biologischen Alterns die Ergebnisse zu überprüfen.
Weitere Faktoren wie Gesundheitsverhalten (z.B. Rauchen, Alkoholkonsum) und demografische Merkmale (z.B. Alter, Geschlecht) dienen als Kontrollvariablen. Mittels Regressionsanalysen werden die Zusammenhänge zwischen kindlichen Traumaerfahrungen und der Hautautofluoreszenz sowie der SASP-Faktoren analysiert.