SPEZIALSTATION FÜR DEPRESSIVE STÖRUNGEN, ALFRED HAUPTMANN

Unser Behandlungsteam

Unser Team besteht aus einer Oberärztin, zwei Ärztinnen, zwei Psychologinnen, einer Sozialarbeiterin, 14 Pflegekräften, Ergo-, Kunst-, Musik- und Bewegungstherapeuten.

Ärztliche Leitung: Oberärztin Susan Suchland
Psychotherapeutische Leitung: Lena Christin Brunzel
Pflegerische Leitung: Diana Brandstädter 

Zielgruppen

Unsere Station richtet sich vorrangig an Patientinnen und Patienten mit schweren, schwer therapierbaren oder chronischen depressiven Erkrankungen.

Ergänzend behandeln wir Patientinnen und Patienten in akuten psychischen Krisen, wenn nach einer Akutbehandlung eine weitere Stabilisierung, Strukturierung und Planung der Anschlussbehandlung erforderlich ist.

Behandlungskonzepte

Depressionsbehandlung:
Unsere Station ist spezialisiert auf die Behandlung von Menschen mit schweren, chronischen und schwer zu therapierenden depressiven Erkrankungen. Wir behandeln komplexe Verlaufsformen, insbesondere wenn ambulante Maßnahmen nicht ausreichend wirksam waren.

Die leitlinienorientierte medikamentöse antidepressive Behandlung, einschließlich dem Einsatz von Esketamin bei entsprechender Indikation, wird durch moderne biologische Verfahren wie die Elektrokonvulsionstherapie (EKT) und die repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS) ergänzt.

Das psychotherapeutische Konzept basiert auf kognitiver Verhaltenstherapie mit Integration interpersoneller Ansätze, insbesondere des CBASP.  Die Behandlung erfolgt multiprofessionell, zielorientiert und strukturiert in Einzel- und Gruppentherapien.

Im Rahmen eines multimodalen Therapieansatzes kommen folgende Therapiebausteine zum Einsatz:

  • Einzeltherapie (50min/ Woche)
  • Gruppentherapien: Situationsanalyse-Gruppe, Kiesler-Kreis-Training/ SKT, Psychoedukation, Wochentherapiezielgruppe,
  • Wochenreflexionsgruppe
  • Entspannung (PMR, Achtsamkeit, Sinnes- und Genusstraining)
  • Körper- und Sporttherapie, Aktivierung
  • Wassertreten
  • Musiktherapie
  • Ergotherapie
  • Kunsttherapie
  • Sozialtherapeutische Interventionen
  • Teamvisite
  • Bezugspflege (inkl. Pflegevisiten)
  • Gemeinsame Außenaktivität
  • Kochabend
  • Lichttherapie

Unser Ziel ist es, auch Menschen mit langjährigen Krankheitsverläufen neue Perspektiven zu eröffnen, Selbstwirksamkeit zu stärken und eine nachhaltige Stabilisierung zu ermöglichen.

Krisenbehandlung:
Neben dem depressionsspezifischen Behandlungsschwerpunkt verfügt die Station über ein diagnoseübergreifendes Krisenbehandlungsangebot für Menschen mit akut aufgetretener Symptomatik, einhergehend mit depressiven oder ängstlichen Beschwerden, welche zu einer erheblichen Einschränkung der psychischen Stabilität, Handlungsfähigkeit oder sozialen Funktionsfähigkeit führt.

Das Krisenbehandlungsangebot dient vorrangig der Weiterstabilisierung nach einer akuten Behandlung auf einer unserer geschützten Stationen.

Im Mittelpunkt stehen nicht die umfassende störungsspezifische Behandlung einer einzelnen Diagnose, sondern die rasche Stabilisierung, die Reaktivierung vorhandener Bewältigungsstrategien, der Wiederaufbau einer alltagsnahen Struktur sowie die Planung eines geeigneten weiteren Behandlungskonzeptes.

Die Behandlung entspricht einem multimodalen Behandlungskonzept, wobei u.a. die Skillsgruppe sowie eine Problemlösegruppe zentrale Therapieelemente darstellen.

Weiterbehandlung:
Um unseren Patientinnen und Patienten den Übergang in die ambulante Weiterbehandlung zu erleichtern, können wir eine sektorübergreifende ambulante Weiterbehandlung durch unser Stationsteam anbieten.

Bei weiterem Stabilisierungsbedarf besteht darüber hinaus auch die Möglichkeit der Bahnung einer Weiterbehandlung in unserer Tagesklinik in der Magdeburger Straße 22 bzw. im Rahmen unserer PIA-Intensiv (intensivierte aufsuchende Hilfen der Psychiatrischen Institutsambulanz).

Aufnahmemodalitäten

Nach Anmeldung über unser Belegungsmanagement (Tel. 0345/ 557 5595) durch niedergelassene Kolleginnen und Kollegen, unsere Psychiatrische Institutsambulanz oder die Patientinnen und Patienten selbst wird ein Vorgespräch auf unserer Station terminiert. Im Anschluss erfolgt die Aufnahme geplant nach Terminvergabe.

Es findet darüber hinaus die Weiterbehandlung stabilisierter Patienten von unseren Akutstationen statt.

Schwere akute Eigen- oder Fremdgefährdung und Abhängigkeitserkrankungen ohne Abstinenzfähigkeit stehen einer Aufnahme auf unserer Station entgegen.
Bei Aufnahme bitten wir folgende Dinge mitzubringen:

  • Krankenhauseinweisungsschein
  • Gesundheitskarte
  • Schreibutensilien
  • falls vorhanden Betreuerausweis, Medikamentenpass, Allergiepass, Röntgenpass
  • Unterlagen von Vorbehandlungen (Arztbriefe, Laborbefunde, Röntgen-CDs …)
  • benötigte Hilfsmittel (Brille, Hörgeräte …)
  • Hygieneartikel
  • Handtücher
  • Bequeme Kleidung und Wechselschuhe für die Bewegungstherapie

Unsere Räumlichkeiten

Unsere Station entspricht in ihrer Ausstattung modernen medizinischen Maßstäben und ist gekennzeichnet durch helle, farbenfrohe und moderne Räume in einer altehrwürdigen Villa.

Station Hauptmann bietet 20 stationäre Behandlungsplätze, wobei diese auf sechs Einzel-, zwei Doppel- und drei Mehrbettzimmer verteilt sind. 

Namensgeber unserer Station

Geehrt wurde durch die Namensgebung unserer Station der Neurologe und Psychiater Alfred Hauptmann (1881 - 1948), der von 1926 bis 1935 Ordinarius der Psychiatrischen und Nervenklinik der Universität Halle war. Er erwarb sich große Verdienste, unter anderem in der Behandlung der Epilepsie. Alfred Hauptmann musste auf Grund seiner jüdischen Abstammung nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten seinen Lehrstuhl und die Tätigkeit als Arzt aufgeben und in die USA emigrieren.