Suizidologie

Forschungsschwerpunkt

Weltweit versterben jährlich mehr als 700.000 Menschen durch Suizid. In Deutschland beträgt die Suizidrate ca. 12 pro 100.000 Personen und Jahr. Psychische Erkrankungen stellen einen wichtigen Risikofaktor für Suizidalität und Suizide dar. Mehrere grundlegende wissenschaftliche Arbeiten haben einen Anteil von 80 – 90% psychischer Erkrankungen zum Zeitpunkt des Suizids nachgewiesen. Auch Suizidversuche, welche noch weitaus häufiger auftreten, stellen eine sehr beachtenswerte Dimension dar und sind von größter individueller und gesamtgesellschaftlicher Bedeutung. 
Die Arbeitsgruppe Suizidologie befasst sich mit den Hintergründen von Suizid und Suizidalität und der Evaluation therapeutischer und suizidpräventiver Maßnahmen. Verschiedene internationale Arbeiten haben aufgezeigt, dass beispielsweise die Zeit nach einer stationären psychiatrischen Behandlung eine besonders sensible Phase darstellt. Es wurde auch mehrere suizidpräventive, schützende Faktoren nachgewiesen. Wir wollen analysieren, ob spezialisierte Behandlungs- und Betreuungsangebote für psychisch erkrankte Personen in dieser Phase zu einer Abnahme des suizidalen Risikos führen kann. Auch wollen wir spezifische Therapieangebote für Patientinnen und Patienten mit kürzlich erfolgtem Suizidversuch evaluieren und weiterentwickeln.

Mitarbeitende

  • Dr. med. Tim J. Krause (Leitung)
  • Tordis Kindt, psychologische Psychotherapeutin
  • Annette Lederer M.Sc. Psychologie (ehem. Mitarbeitende)
  • Madalina-Elena Duta M.Sc. Psychologie (ehem. Mitarbeitende)
  • Sina Müller M.A. Soziologie (ehem. Mitarbeitende)

Projekte

  • Poststationäre Suizidprävention (PSSP - Studie) - Ute Lewitzka Projektleitung, Tim J. Krause stellv. Projektleitung; Bundesministerium für Gesundheit - Förderkennzeichen: ZMVI-2517FSB135
  • Prävention von Suiziden/Suizidversuchen - Optimierung und Evaluation einer sektorenübergreifenden Versorgungsform für Menschen nach einem Suizidversuch (PREVENTS) - Konsortialpartner; Gemeinsamer Bundesausschuss - Innovationsausschuss - Förderkennzeichen: 01VSF25060

Kooperationen

  • Prof. Dr. Ute Lewitzka (Frankfurt)
  • PD Dr. Gerd Wagner (Jena)
  • Prof. Heide Glaesmer, PD Lena Spangenberg (Leipzig)
  • Prof. Elmar Etzersdorfer (Stuttgart)
  • Prof. Burkhard Jabs (Dresden)

Publikationen

Lewitzka U, Jabs B, Etzersdorfer E, Krause T, Rossing M, Lederer A, Schneider J, (2019). Forschungsprojekt Post stationäre Suizidprävention, Suizidprophylaxe 46, 176:34 35.

Sauer M, Jabs B, Etzersdorfer E, Rujescu D, Krause TJ, Richter S, Lederer A, Schneider J, Lewitzka U (2020) Suizidrisiko und Prävention nach Entlassung aus stationärer psychiatrischer Behandlung psychiatrischer Behandlung –– Vorstellung einer prospektiven Langzeitstudie (PSSP), Vorstellung einer prospektiven Langzeitstudie (PSSP), Suizidprophylaxe 47, 180:13 16.

Krause TJ, Lederer A, Sauer M, Schneider J, Sauer C, Jabs B, Etzersdorfer E, Genz A, Bauer M, Richter S, Rujescu D, Lewitzka U. Suicide risk after psychiatric discharge: study protocol of a naturalistic, long-term, prospective observational study. Pilot Feasibility Stud. 2020 Sep 30;6:145. doi: 10.1186/s40814-020-00685-z. PMID: 33005433; PMCID: PMC7526195.