Forschungsschwerpunkt

Ziel unserer Forschung ist es, die Gesundheitsversorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen in Deutschland zu analysieren, um Verbesserungspotenziale zu identifizieren. Darüber hinaus entwickeln, evaluieren und implementieren wir Interventionen zur Optimierung der psychiatrisch-psychotherapeutischen und psychosomatischen Versorgung. Die Arbeitsgruppe arbeitet an den Standorten Halle (Saale) und Mainz.

Mitarbeitende

  • PD Hauke Felix Wiegand, MD/PhD (UM Halle & UM Mainz), Leitung
  • M.Sc. Sophia Hütter (UM Mainz)
  • Ruth Johannsen (UM Halle)
  • M. Sc. Madlaina Kaupp (UM Mainz)
  • Leonie Loop (UM Halle)
  • Dr. Ole Pörtner (UM Halle)
  • Susan Suchland (UM Halle)
  • cand. med. Antra Erdekian
  • cand. med. Miriam Glock

Aktuelle Projekte

Wir untersuchen die Muster der Leistungsnutzung von Patientinnen und Patienten mit psychischen Erkrankungen in großen Routinedatensätzen und systematischen Reviews. Wir wollen die Routinebehandlungsrealität erfassen, schwer betroffene Populationen charakterisieren, Leitlinienorientierung überprüfen und Optimierungspotenziale in den Versorgungsabläufen identifizieren. Aktuell arbeiten wir an Projekten zu unipolaren Depressionen, Borderline Persönlichkeitsstörungen und Schizophrenien.

Zusammen mit Prof. Gabriele Meyer koordinieren wir die AG Versorgungsforschung innerhalb des Deutschen Zentrums für Psychische Gesundheit (DZPG).

In der Fachgruppe Seelische Gesundheit des Deutschen Netzwerkes Versorgungsforschung vernetzen sich Forschende mit Interesse an Versorgungsforschung im Bereich Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik. Es gibt regelmäßige Online-Kolloquien zu aktuellen Forschungsthemen im Bereich seelische Gesundheit und gemeinsame Forschungsprojekte – aktuell ein systematischer Review zu Ergebnissen und Empfehlungen von durch den Innovationsfonds geförderten Projekten im Bereich Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik.

Gemeinsam mit Prof. Kristina Adorjan von den Universitären Psychiatrische Dienste Bern bauen wir aktuell eine Scientific Section Mental Health Services Research der European Psychiatric Association (EPA) auf. Ziel ist es, Projekte der vergleichende Versorgungsforschung im Mental Health Bereich zwischen Europäischen Gesundheitssystemen zu initiieren.

In diesem Arbeitsbereich haben wir während der COVID-19-Pandemie Herausforderungen der psychiatrisch-psychotherapeutischen Versorgung in anhaltenden Krisen und Katastrophen untersucht. Im Projekt NUM-SAR (NUM Plattform für Surveillance und Rapid Response) arbeiten wir in der Monitoring-Infrastruktur (MuSE) an auf die Universitätsmedizin bezogenen Versorgungs-, Qualitäts- und Infektionsparametern als Sentinel-Infrastruktur für Krisenlagen. 


Anschließend an das BMBF-geförderten PREPARED Projekt des Netzwerkes Universitätsmedizin (NUM) koordinieren wir das S3-Leitlinienprojekt „Psychische Gesundheit von Gesundheitspersonal in anhaltenden Krisen und Katastrophen. In der COVID-19-Pandemie zeigten sich (psychische) Belastungen des Gesundheitspersonals und damit verbundene Berufswechsel als ein zentrales Nadelöhr der Gesundheitsversorgung, wogegen eine Vielzahl von Maßnahmen vorgeschlagen und erprobt wurden. Das S3-Leitlinienprojekt zielt darauf, evidenzbasierte Empfehlungen zu geben, welche Maßnahmen auf Ebene der Institutionen (Verhältnisprävention), von Schulung und gesundheitlicher Aufklärung, sowie auf Ebene der Individuen (Verhaltensprävention) zu Erhalt und Förderung der psychischen Gesundheit von Gesundheitspersonal in anhaltenden Krisen und Katastrophen hilfreich sein können.

Kooperationen

  • Prof. Dr. Kristina Adorjan, Universitäre Psychiatrische Dienste Bern
  • Nationales Netzwerk Universitätsmedizin (NUM) Plattform für Surveillance und Rapid Response
  • Deutsches Zentrum für Psychische Gesundheit DZPG
  • Fachgruppe Seelische Gesundheit des Deutschen Netzwerkes Versorgungsforschung DNVF
  • Zentrum für Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
  • IAG Mental Health Policy & Digitization, Medizinische Hochschule Brandenburg

Förderung

BMFTR – Digitaler Fortschrittshub DECIDE II (01ZZ2502A)

BMFTR - DZPG Ausbauförderung (O1EE2505C)

Ausgewählte Publikationen

Wiegand HF, Hölzel L, Tüscher O, Lieb K, Falkai P, Adorjan K. Mental health services in Germany – Structures, outcomes and future challenges. International Review of Psychiatry 2025:1–18.

Erdekian A, Glock M, Rueb M, Riedinger D, Stoffers-Winterling J, Lindner S, et al. Inanspruchnahme psychiatrisch-psychotherapeutischer Versorgung in Deutschland während des ersten Jahres der COVID-19-Pandemie – Systematischer Review und Metaanalyse 2025.
 
Baum F, Schmitt J, Nagel O, Jacob J, Seifert M, Adorjan K, et al. Reductions in inpatient and outpatient mental health care in Germany during the first year of the COVID-19 pandemic – What can we learn for a better crisis preparedness? Eur Arch Psychiatry Clin Neurosci 2024. 
 
Fehr M, Köhler S, Roth-Sackenheim C, Geschke K, Tüscher O, Adorjan K, et al. Outpatient mental health care during high incidence phases of the COVID-19 pandemic in Germany – changes in utilization, challenges and post-COVID care. Eur Arch Psychiatry Clin Neurosci 2024.

Wiegand HF, Fehr M, Glock M, Rueb M, Roth-Sackenheim C, Köhler S, Pogarell O, Horster S, Geschke K, Tüscher O, Lieb K, Falkai P, Hölzel LP & Adorjan K (2023) [COVID-19 vaccination for people with severe mental diseases : Results of the COVID Ψ outpatient survey and recommendations for psychiatry]. Der Nervenarzt 1–6

Wiegand HF, Maicher B, Rueb M, Wessels P, Besteher B, Hellwig S, Pfennig A, Rohner, H, Unterecker S, Hölzel LP, Philipsen A, Domschke K, Falkai, P, Lieb, K, Adorjan K (2022) COVID-19 vaccination rates in hospitalized mentally ill patients compared to the general population in Germany – results from the COVID Ψ Vac study. Eur Psychiatry. 2022 Jun 28;65(1):e41.

Wiegand HF, Saam J, Marschall U, Chmitorz A, Kriston L, Berger M, Lieb K, Hölzel LP (2020) Challenges in the transition from in-patient to out-patient treatment in depression—an analysis of administrative health care data from a large German health insurer. Deutsches Ärzteblatt international, 117:472-9.