Striebich, Sabine

Prof. Dr. Sabine Striebich

Professur für Hebammenwissenschaft

Seit November 2023 bin ich Professorin für Hebammenwissenschaft an der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg am Institut für Gesundheits-, Hebammen- und Pflegewissenschaft. Die Denomination meiner Professur umfasst die evidenzbasierte Hebammenwissenschaft und klient*innenorientierte Forschung.

Meine wissenschaftlichen Interessen richten sich auf die Weiterentwicklung einer evidenzbasierten, frauenorientierten und interprofessionellen geburtshilflichen Versorgung sowie auf die akademische Bildung und Professionalisierung von Hebammen. Ein besonderes Anliegen ist mir die Verbindung von wissenschaftlicher Forschung, hochschulischer Bildung und klinischer Versorgungspraxis.

Wissenschaftliche Schwerpunkte

Im Mittelpunkt meiner wissenschaftlichen Interessen stehen die Entwicklung und Evaluation komplexer Interventionen zur Verbesserung der geburtshilflichen Versorgung. Ein besonderer Fokus liegt auf der Evidenzbasierung hebammengeleiteter Versorgungsangebote sowie der Berücksichtigung der Erfahrungen und Bedürfnisse von Frauen und Familien.

Meine wissenschaftlichen Schwerpunkte umfassen:

  • Entwicklung und Evaluation evidenzbasierter Interventionen und Versorgungsmodelle in der klinischen Geburtshilfe
  • Erfahrungen, Bedürfnisse und Perspektiven von Frauen und Familien während Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett
  • Qualität und Weiterentwicklung der geburtshilflichen Versorgung und interprofessioneller Versorgungsstrukturen
  • Akademische Hebammenbildung, Kompetenzentwicklung und simulationsbasiertes Lernen

Akademische Hebammenbildung und Studiengangsentwicklung

Ein Schwerpunkt meiner Tätigkeit liegt in der akademischen Weiterentwicklung des dualen Bachelorstudiengangs Hebammenwissenschaft an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, dessen Leitung ich innehabe.

Hierzu gehören die kontinuierliche Weiterentwicklung der Lehrangebote, die kompetenzorientierte Curriculumentwicklung sowie die Gestaltung der Schnittstellen zwischen hochschulischer und praktischer Ausbildung. Ein wesentliches Vorhaben ist die umfassende Revision des seit 2021 bestehenden Studiengangcurriculums unter Einbeziehung der Studierenden und Praxispartner. Zur systematischen Abbildung der gesetzlich definierten Kompetenzbereiche und zur curricularen Qualitätssicherung ist perspektivisch der Einsatz der Datenbank LOOOP® vorgesehen.

Eine besondere Bedeutung kommt der simulationsbasierten Lehre zu. Das im April 2025 eröffnete, 260 m² große Simulationslabor Hebammenwissenschaft bietet als dritter Lernort vielfältige Möglichkeiten, berufliche Handlungskompetenzen in realitätsnahen Szenarien zu entwickeln, theoretische Erkenntnisse praktisch anzuwenden und klinische Entscheidungsprozesse zu reflektieren.

Die curriculare Integration und Weiterentwicklung der Simulationslehre sowie deren Verknüpfung mit den praktischen Studienanteilen bilden einen wichtigen Schwerpunkt der weiteren Studiengangsentwicklung.

Ein weiteres Entwicklungsvorhaben ist die Einführung des digitalen e-Portfolios Scorion® zur Dokumentation und Begleitung des Kompetenzerwerbs während der praktischen Studienanteile.

Entwicklung einer hebammengeleiteten Hochschulambulanz

Ein zentrales Entwicklungsprojekt meiner Professur ist die Konzeption einer eigenständigen hebammengeleiteten Hochschulambulanz am Universitätsklinikum Halle in Zusammenarbeit mit der Klinik und Poliklinik für Geburtshilfe und Pränatalmedizin.

Ziel ist die Etablierung eines evidenzbasierten ambulanten Versorgungsangebots für Frauen während Schwangerschaft und Wochenbett unter fachlicher Leitung von Hebammen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Weiterentwicklung der professionellen Hebammentätigkeit im Sinne von Advanced Midwifery Practice. Dazu gehören die Entwicklung erweiterter klinischer Kompetenzen und Verantwortungsbereiche sowie die Konzeption, Implementierung und wissenschaftliche Evaluation spezialisierter hebammengeleiteter Versorgungsangebote, beispielsweise für Schwangere mit ausgeprägter Geburtsangst.

Die Hochschulambulanz soll darüber hinaus als universitärer Forschungs- und Lernort dienen. Sie soll die Entwicklung und Evaluation innovativer Versorgungskonzepte ermöglichen und zugleich die hochschulische Praxisbegleitung von Hebammenstudierenden unmittelbar in der Versorgung durch Hochschullehrende stärken.

Mit diesem Konzept wird die Perspektive verfolgt, eigenständige hebammengeleitete Versorgungsstrukturen an Universitätskliniken zu etablieren und die Verbindung von klinischer Versorgung, wissenschaftlicher Forschung und akademischer Hebammenbildung weiterzuentwickeln. Die Umsetzung erfordert geeignete organisatorische, rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen.

Forschung und wissenschaftliche Nachwuchsförderung

Meine wissenschaftliche Arbeit umfasst unter anderem Sekundäranalysen der Be-Up-Studie zum körperlichen und emotionalen Erleben von Geburtsschmerzen und möglichen Einflussfaktoren. Ein entsprechendes Manuskript wurde zur Veröffentlichung eingereicht.

Ein weiterer Schwerpunkt meiner wissenschaftlichen Tätigkeit liegt in der Betreuung von Bachelor- und Masterarbeiten sowie Promotionsvorhaben zu Fragestellungen der evidenzbasierten Hebammenversorgung und klinischen Geburtshilfe.

Die betreuten Arbeiten befassen sich unter anderem mit dem subjektiven Erleben von Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett, der Wirksamkeit geburtshilflicher Interventionen, der Qualität und Organisation von Versorgungsangeboten sowie den Perspektiven von Frauen, Familien und Hebammen. Dabei kommen qualitative und quantitative Forschungsmethoden sowie Verfahren der systematischen Evidenzsynthese zum Einsatz.

Wissenschaftlicher Austausch und fachliche Vernetzung

Ich beteilige mich am wissenschaftlichen und interprofessionellen Austausch zur Weiterentwicklung der Hebammenwissenschaft, der akademischen Hebammenbildung und der geburtshilflichen Versorgung.

Thematische Schwerpunkte bilden die Entwicklung hebammengeleiteter Versorgungsmodelle, die Weiterentwicklung der Hebammenprofession, die interprofessionelle Zusammenarbeit sowie die Berücksichtigung psychosozialer und traumasensibler Perspektiven in der klinischen Geburtshilfe.

Zu meinen wissenschaftlichen Aktivitäten gehören eingeladene Vorträge auf nationalen Fachkongressen und interdisziplinären wissenschaftlichen Veranstaltungen.

Ausgewählte wissenschaftliche Vorträge

 

24. Oktober 2026 | 10. DGGG-Kongress, München

Hebammen-Hochschulambulanz – Relevanz, Konzeptionierung und Aufgabenverteilung

Eingeladener Vortrag

 

13. November 2026 | 25 Jahre Interdisziplinäres Zentrum Medizin–Ethik–Recht (IWZ MER), Halle (Saale)

Geburt zwischen Biologie, Psyche und sozialem Kontext – wie interdisziplinäre Modelle Versorgung verändern

Eingeladener Tandemvortrag mit Prof. Dr. Nadine Scholten, Universität Bonn (Arbeitstitel)

 

19. November 2026 | Kongress für Kinder- und Jugendmedizin 2026, Berlin

Komplikationen unter der Geburt und die Erstversorgung

Eingeladener Vortrag im Rahmen der interdisziplinären Sitzung „Geburtstraumata – Gemeinsam vom Start weg“

Wissenschaftliche Beschäftigungen

  • Seit 11/2023 Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Professur für Hebammenwissenschaft (W2)
  • 03/2022-11/2023 Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, Professur für Hebammenwissenschaft (W2)
  • 10/2017-02/2022 Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (wiss. Mitarbeiterin / Be-Up-Studie)
  • 11/2016-12/2021 Qualitätssicherung von Gesundheitsinformationen der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung (BzgA), im Portal „Familienplanung“ und in Broschüren des Referats Familienplanung und Verhütung, Köln
  • 01/2015-03/2016 Gastdozentin für Hebammenwissenschaft, Evangelische Hochschule Berlin

Beschäftigungen in der Hebammenarbeit

  • 1999-2008 Hebamme im DRK Klinikum Westend, Berlin (75 % VK), freiberufliche Nebentätigkeit in Schwangerenberatung, Geburtsvorbereitung, Wochenbettbetreuung, Stillberatung
  • 1997-1999 Hebamme im DRK Klinikum Westend, Berlin (100 % VK)
  • 1994-1997 Ausbildung zur Hebamme, Krankenhaus Neukölln (Note 1,3)

Hochschulabschlüsse

  • Dissertation zum Dr. rer. medic., Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Titel der Dissertation „Große Angst vor der Geburt: Bedürfnisse und Wünsche schwangerer Frauen in Deutschland – eine rekonstruktive Studie“ (Magna cum laude)
  • 2015-2018 Promotionsstudiengang der Internationalen Graduierten Akademie InGrA „Partizipation als Ziel von Pflege und Therapie“, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (60 LP)
  • 2008-2013 Diplom Medizinpädagogik, Charité Universitätsmedizin Berlin (Note 1,1)

Mitglied des Direktoriums des Interdisziplinären Zentrums Medizin-Ethik-Recht der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Mitgliedschaften:

  • Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA), „Ausschuss Hebammenwissenschaft (AHW)“  
  • Deutscher Hochschulverband (DHV)
  • Deutsche Gesellschaft für Hebammenwissenschaft (DGHWi), Sektion "Respektvolle Geburtshilfe" und Reviewboard
  • Netzwerk evidenzbasierte Medizin (NebM)
  • Gesellschaft für Psychosomatische Frauenheilkunde und Geburtshilfe (DGPFG)
  • Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft (AKF), „Fachgruppe Hebammen“
  • Deutscher Hebammenverband (DHV)
  • Qualitätsentwicklung der geburtshilflichen Versorgung in Kliniken (Projektvorbereitung)
  • Geburtsumgebung in Kliniken: Wissenschaftliche Mitarbeit bei BE-UP - Effekt der Geburtsumgebung auf den Geburtsmodus und das Wohlbefinden von Frauen am Geburtstermin: eine randomisiert kontrollierte Studie (RCT) https://be-up-studie.de/
  • Gesundheitliche Aufklärung und Beratung zur gemeinsamen Entscheidungsfindung durch Hebammen: Externe Reviewerin der Evidenzbasierten Entscheidungshilfe „Geburt aus Beckenendlage“ im Projekt Share-to-Care https://share-to-care.de/
  • Beratung, Betreuung von Schwangeren mit großer Angst vor der Geburt; interdisziplinäre Kooperation