Erste roboterassistierte Operation bei einem 3-jährigen Kind

 

Am 23.01.2026 wurde in der Klinik für Kindertraumatologie und Kinderchirurgie die erste Operation am Harnleiter mit dem Da Vinci (R)-Operationsroboter durchgeführt. Bei diesem minimalinvasiven Verfahren steuert der Chirurg über ein Bedienpult die Bewegungen eines Roboters, der im Bauch des Patienten die chirurgischen Instrumente führt. Dadurch werden Operationen insbesondere an schwer zugänglichen Stellen und dort, wo größte Präzision erforderlich ist, noch sicherer.

Die Kinderurologie ist eine der Kernkompetenzen der kinderchirurgischen Universitätsklinik in Halle. Operationen am Harnleiter sind bei kleinen Kindern aufgrund von Harntransportstörungen und beim vesikoureterorenalen Reflux (Rückfluss von Urin aus der Harnblase zur Niere) erforderlich.

Dr. Sascha Azarhoush brachte die anspruchsvolle Operationstechnik vor einem Jahr mit in die Klinik und führte den Harnleitereingriff gemeinsam mit den Kinderurologen Dr. Rüdiger Mund und PD Dr. Sven Höhne sowie der Fachärztin Dr. Tina Straube durch. Der Da Vinci (R)-Operationsroboter der Universitätsklinik für Viszerale, Gefäß- und Endokrine Chirurgie kam dabei im Rahmen der interdisziplinären, kosteneffizienten Zusammenarbeit am Universitätsklinikum zum Einsatz.

Der kleine Patient hat die Operation gut überstanden und sich rasch erholt. Am Bauch werden später nur drei kleine Narben von den Zugängen der 3D-Kamera und der Instrumente zu sehen sein.

Wie planen, die Indikationen für kinderurologische und andere Bauchoperationen schrittweise zu erweitern und die roboterassistierte Chirurgie an Kindern in den nächsten Jahren weiter auszubauen.

 


 

Was ist ein CRPS?

Das Komplex Regionale Schmerzsyndrom (engl. CRPS - Complex Regional Pain Syndrome und früher auch Morbus Sudeck oder Sympathische Reflexdystrophie genannt) ist ein Krankheitsbild, bei dem es nach einer Verletzung oder Operation zu anhaltenden Schmerzen kommt. Neben diesen stehen reduzierte Beweglichkeit und eine gestörte Körperwahrnehmung im Vordergrund der Erkrankung. Die Schmerzen sind oft bereits in Ruhe vorhanden und verstärken sich bei Belastung. Zusätzlich treten an den betroffenen Körperteilen Schwellungen und Sensibilitätsstörungen auf. Die Hauttemperatur kann erhöht oder erniedrigt sein, ebenso können die Schweißbildung, Haar- und Nagelwachstum gestört sein.

Die Ursache des CRPS ist bis heute nicht vollständig geklärt. Es besteht vermutlich ein Zusammenspiel von entzündlichen und neurogenen (vom Nerv ausgehenden) Vorgängen, die eine Fehlsteuerung im Bereich des Gehirns und Rückenmarks verursachen.

Das CRPS ist eine meist chronisch verlaufende Erkrankung. Bei Kindern ist ein CRPS sehr selten und hat meist eine gute Prognose. Dennoch soll eine rasche Genesung angestrebt werden, weshalb die Krankheit möglichst schnell erkannt und angemessen behandelt werden soll.

 

Wie gehen wir vor?

Nach einem Trauma ist es zunächst unsere Aufgabe, Verletzungen der knöchernen Strukturen und der Weichteile (insbesondere Bänder, Sehnen und Muskeln) zu diagnostizieren oder diese auszuschließen. Bei vorheriger auswärtiger Behandlung und Diagnostik besprechen wir die Röntgenaufnahmen und MRT-Bilder erneut im Team. Bei chronischen Beschwerden im Bereich von Knochen und/oder Gelenken bei eher geringem angeschuldigtem Unfall muss auch an Differenzialdiagnosen wie Osteomyelitis (Knochenentzündung) oder eitrige bzw. rheumatoide Arthritis (Gelenkentzündung) gedacht werden.  

 

Wie wird CRPS behandelt?

Eine rechtzeitige zielgerichtete Therapie ist notwendig, um eine Chronifizierung der Erkrankung vorzubeugen. Die Prognose hängt stark vom Behandlungsbeginn und dem Ausmaß der Erkrankung ab. Die Therapie erfordert eine Zusammenarbeit medizinischer, psychologischer, physio- und ergotherapeutischer Fachdisziplinen. Die fächerübergreifende Schmerztherapie steht im Vordergrund. Ziel der Therapie ist es, die Schmerzen zu bekämpfen und die Beweglichkeit zu verbessern.

Gemeinsam mit der Ambulanz für Schmerzmedizin der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin am UKH Gemeinsam mit der Ambulanz unter der Leitung von Frau OÄ Dr. L. Flöther führen wir interdisziplinär die Behandlung des CRPS bei Kindern durch. Ist eine stationäre Behandlung sinnvoll oder erforderlich, besteht eine enge Kooperation zu spezialisierten Kliniken.