Endometriose effektiv erkennen und koordiniert ganzheitlich therapieren
Projektbeschreibung
Mit ENDO-EVE entwickelt die Universitätsklinik und Poliklinik für Geburtshilfe und Pränatalmedizin an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg als Konsortialführerin ein innovatives, sektorenübergreifendes Versorgungsmodell für Frauen mit Endometriose. Die Erkrankung zählt zu den häufigsten gynäkologischen Leiden und wird oft erst nach vielen Jahren diagnostiziert. ENDO-EVE setzt genau hier an: Durch eine strukturierte Erstbeurteilung in gynäkologischen Praxen und ein digitales Begleitprogramm sollen Diagnosewege deutlich verkürzt und Behandlungen zielgerichteter koordiniert werden.
Das dreieinhalbjährige Projekt wird durch den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses mit 5,9 Millionen Euro gefördert. Unter der Leitung der Universitätsklinik und Poliklinik für Geburtshilfe und Pränatalmedizin Halle arbeitet ein renommiertes Konsortium zusammen, um die Versorgung von Betroffenen nachhaltig zu verbessern.
Projektziele
ENDO-EVE verfolgt das Ziel, die Versorgung von Frauen mit endometrioseassoziierten Beschwerden nachhaltig zu verbessern. Konkret umfasst dies:
- Verbesserung der Erkennungsraten: Einführung eines standardisierten Endo-Assessments in gynäkologischen Praxen zur verlässlichen Identifikation von Verdachtsfällen.
- Verbesserung der Versorgungspfade: Aufbau strukturierter und digital unterstützter Überweisungswege zwischen Praxen und spezialisierten Endometriosezentren.
- Therapiequalität steigern: Implementierung eines multimodalen Behandlungskonzepts durch interdisziplinäre Teams an den Endometriosezentren.
- Digitale Unterstützung: Entwicklung eines digitalen Begleitprogramms (App), das Patientinnen im Alltag unterstützt und Patient-Reported Outcome (PRO)-Daten wie körperliche Funktionsfähigkeit, Schmerz, Lebensqualität oder Selbstwirksamkeit zur Therapieoptimierung liefert.
Zielgruppe
Die Studie richtet sich an Frauen im Alter von 18 bis 50 Jahren mit einem oder mehreren endometriosetypischen Leitsymptomen, darunter:
- starke Regel- oder Unterbauchschmerzen
- Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Wasserlassen oder Stuhlgang
- Sterilität bzw. unerfüllter Kinderwunsch
- zyklische oder azyklische Unterbauchschmerzen
- auffällige Befunde im Ultraschall oder MRT
Teilnahmevoraussetzung ist zudem eine bestehende Versicherung bei einer der beteiligten Krankenkassen

Projektleitung
Prof. Dr. med. Stephanie Wallwiener
Komm. Direktorin der Universitätsklinik und Poliklinik für Geburtshilfe und Pränatalmedizin

Prof. Dr. med. Markus Wallwiener
Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Gynäkologie
Konsortial- und Kooperationspartner
- Department für Frauengesundheit Tübingen
- Gynäkologische Endokrinologie und Fertilitätsstörungen Heidelberg
- Institut für Medizinische Psychologie Heidelberg
- Sektion Schmerzmedizin der Klinik für Anästhesiologie Heidelberg
- Institut Frauengesundheit GmbH
- Institut für Klinische Epidemiologie und angewandte Biometrie
- Institut für Versorgungsforschung und technische Orthopädie Hannover
- AOK Baden-Württemberg
- GWQ Service Plus AG
- Die Techniker
- Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg
- AOK Sachsen-Anhalt
- Endometriose-Vereinigung Deutschland e. V.
- Berufsverband der Frauenärzte e.V.
- Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt
Beteiligte Krankenkassen
- AOK Baden-Württemberg
- AOK Sachsen-Anhalt
- Bahn BKK
- BKK 24
- BKK Schwarzwald-Baar-Heuberg
- BKK Voralb
- BIG direkt gesund
- Die Techniker
- energie BKK
- IKK gesund plus
- Mercedes-Benz BKK
- Mobil Krankenkasse
- Novitas BKK
- SBK
- VIACTIV Krankenkasse
Ansprechpartner
Endo-Eve Studienteam:
Pauline Sophia Pinta, wissenschaftliche Mitarbeiterin:
0345 557 3271
Studienbüro:
0345 557 3996
Endo-eve@uk-halle.de
Weitere Informationen: www.endo-eve.de
Häufige Fragen (FAQ)
Endometriose wird trotz schwerwiegender Symptome häufig erst sehr spät diagnostiziert – im Durchschnitt nach bis zu zehn Jahren. ENDO-EVE soll diese Versorgungslücke schließen, Diagnosewege standardisieren und die Therapiequalität erhöhen.
Halle übernimmt die Konsortialführung und verantwortet die wissenschaftliche, organisatorische und inhaltliche Steuerung des Gesamtprojekts.
Die App unterstützt Patientinnen mit Informationen zu Schmerzmanagement, mentaler Gesundheit und dem Umgang mit der Erkrankung im Alltag. Außerdem können Patientinnen regelmäßig Fragen zu ihrem Wohlbefinden, ihren Beschwerden und ihrer Behandlung beantworten. Diese Angaben helfen dem Behandlungsteam, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und die Therapie gezielt anzupassen – für eine individuell abgestimmte und zeitnahe Versorgung.
Alle Patientinnen im Alter von 18 bis 50 Jahren mit endometriosetypischen Beschwerden, die bei einer der beteiligten Krankenkassen versichert sind.
Wenden Sie sich direkt an Ihre Ärztin in der Endometriose-Sprechstunde der Universitätsmedizin Halle oder nehmen Sie telefonisch Kontakt mit unserem Studienbüro (0345 557 3996) auf. Dort erhalten Sie alle Informationen zur Teilnahme, zu den Einschlusskriterien und zum weiteren Ablauf.
Halle (Sachsen-Anhalt), Heidelberg und Tübingen (Baden-Württemberg).
Die Laufzeit beträgt dreieinhalb Jahre.