Angiologie - Internistische Gefäßmedizin
Die Angiologie am Universitätsklinikum Halle behandelt das gesamte Spektrum arterieller, venöser, lymphatischer und mikrozirkulatorischer Gefäßerkrankungen. Als eigenständiges internistisches Fach verbindet die moderne Gefäßmedizin klinische Expertise, hochauflösende Diagnostik, interventionelle Verfahren und interdisziplinäre Versorgungskonzepte. Wir sind Teil der Klink für Innere Medizin 3 (Angiologie, Kardiologie und Intensivmedizin)
Ein besonderer Schwerpunkt liegt in der Diagnostik und Behandlung komplexer vaskulärer Krankheitsbilder unter Berücksichtigung internistischer und gesamtmedizinischer Zusammenhänge. Die Versorgung erfolgt stationär und ambulant in enger Zusammenarbeit mit den Partnern der interdisziplinären Gefäßmedizin an der Universitätsmedizin Halle.
Schwerpunkte Angiologie

Die angiologische Diagnostik umfasst moderne bildgebende und funktionelle Untersuchungsverfahren zur differenzierten Beurteilung arterieller, venöser, lymphatischer und mikrozirkulatorischer Erkrankungen.
Ein Schwerpunkt liegt in der hochauflösenden vaskulären Ultraschalldiagnostik einschließlich funktioneller hämodynamischer Verfahren. Die hallesche Gefäßmedizin steht dabei in der Tradition der von Max Ratschow geprägten funktionellen und hämodynamischen Angiologie.
Zum diagnostischen Spektrum gehören unter anderem:
- farbkodierte Duplexsonographie
- kontrastverstärkter Ultraschall
- ABI- und TBI-Diagnostik
- funktionelle hämodynamische Untersuchungsverfahren
- Kapillarmikroskopie
- transkutane Sauerstoffpartialdruckmessung (tcPO₂)
- Diagnostik von Dialysezugängen
- Aneurysmascreening
- Gefäßdiagnostik bei akralen Durchblutungsstörungen
Jährlich werden mehrere tausend Gefäßuntersuchungen bei stationären und ambulanten Patientinnen und Patienten durchgeführt.

Die interventionelle Angiologie umfasst minimalinvasive kathetergestützte Therapieverfahren bei arteriellen und thromboembolischen Gefäßerkrankungen.
Hierzu zählen insbesondere:
- Rekanalisationen, Ballonangioplastien und Stentverfahren an peripheren Gefäßen
- interventionelle Therapieverfahren bei Lungenarterienembolien
- renale Denervationen bei schwer therapierbarer arterieller Hypertonie
Die Eingriffe erfolgen unter Nutzung moderner angiographischer Systeme in enger Zusammenarbeit mit der interventionellen Kardiologie sowie den Partnerdisziplinen der interdisziplinären Gefäßmedizin.
Die Versorgung komplexer Gefäßerkrankungen erfolgt interdisziplinär im Rahmen des Interdisziplinären Gefäßzentrums an der Universitätsmedizin Halle in enger Zusammenarbeit mit der Gefäßchirurgie, Radiologie, interventionellen Kardiologie sowie weiteren Fachbereichen.
Die langjährig gewachsene Kooperation ermöglicht eine enge Abstimmung diagnostischer, interventioneller und operativer Therapieverfahren sowie die gemeinsame Betreuung komplexer vaskulärer Krankheitsbilder.
Im Rahmen regelmäßiger interdisziplinärer Fallkonferenzen werden komplexe gefäßmedizinische Fälle gemeinsam diskutiert und individuelle diagnostische sowie therapeutische Strategien abgestimmt. Die Konferenzen dienen zugleich der ärztlichen Fort- und Weiterbildung und stehen auch externen medizinischen Kolleginnen und Kollegen offen.
Die Angiologie ist in die studentische Ausbildung der Universitätsmedizin Halle sowie in die ärztliche und nichtärztliche Weiterbildung eingebunden.
Lehre in der Angiologie
Die studentische Ausbildung umfasst Vorlesungen, Seminare, praktische Kurse und Unterricht am Patienten im Rahmen des Medizinstudiums der Universitätsmedizin Halle. Hierzu gehören unter anderem:
- Hauptvorlesung Innere Medizin: Angiologie
- Vorlesung Innere Medizin für Zahnmediziner: Angiologie
- Vorlesungen und Seminare im Rahmen der modularen Lehre
- Blockunterricht und Unterricht am Patienten
- Wahlpflichtfach Interdisziplinäre Gefäßmedizin
- Beteiligung am interdisziplinären Ultraschallkurs mit praktischen Übungen, Tutorien und Live-Demonstrationen
Der interdisziplinäre Ultraschallkurs vermittelt Grundlagen und weiterführende Anwendungen der Sonographie einschließlich gefäßmedizinischer Ultraschalldiagnostik.
Die Klinik verfügt über die vollständige Weiterbildungsbefugnis (36 Monate) für den Schwerpunkt Innere Medizin und Angiologie.
Die Weiterbildung erfolgt im Rahmen der Facharztweiterbildung:
- Innere Medizin und Angiologie
- Innere Medizin
- Gefäßchirurgie
- Phlebologie
Regelmäßige Fortbildungsveranstaltungen finden unter anderem im Rahmen des Common Trunk Innere Medizin statt.
Darüber hinaus beteiligt sich die Angiologie an öffentlich zugänglichen Fortbildungsformaten der Universitätsmedizin Halle, unter anderem dem Jahresrückblick Innere Medizin in der Leopoldina.
Die Angiologie ist zertifizierte Fortbildungsstätte der Deutschen Gesellschaft für Angiologie – Gesellschaft für Gefäßmedizin e.V. zur Ausbildung von Angiologieassistentinnen und Angiologieassistenten.
Forschung in der Angiologie
Wissenschaftliche Schwerpunkte liegen auf dem Gebiet der vaskulären Hämodynamik, der funktionellen Ultraschalldiagnostik sowie moderner Verfahren zur differenzierten hämodynamischen Beurteilung arterieller Gefäßerkrankungen.
Hierzu gehören unter anderem:
- Untersuchungen zur systolischen Akzelerationszeit und funktionellen Perfusionsbeurteilung
- hämodynamische Parameter bei Mediasklerose und komplexen arteriellen Gefäßerkrankungen
- funktionelle Gefäßmedizin und Mikrozirkulation
- intraoperative Thromboseprophylaxe mittels intermittierender pneumatischer Kompression in Kooperation mit der Klinik für Neurochirurgie
- strukturierte und digitale medizinische Dokumentationskonzepte
Die hallesche Gefäßmedizin steht in der Tradition der von Max Ratschow geprägten funktionellen und hämodynamischen Angiologie.