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3. Symposium Präzisionsonkologie heute: Zwischen Forschung und Klinik

Rund 100 Experten diskutierten beim 3. Symposium „Präzisionsonkologie heute“ im Planetarium Halle über neue Wege der personalisierten Krebsmedizin

Wie lässt sich eine Krebserkrankung möglichst genau verstehen – und wie können diese Erkenntnisse dazu beitragen, die Therapie individuell auf die Patienten abzustimmen? Mit diesen und vielen weiteren Fragen beschäftigte sich am 9. September 2026 das 3. Symposium „Präzisionsonkologie heute: Zwischen Forschung und Klinik“ der Universitätsmedizin Halle.

Rund 100 Experten aus Halle, Leipzig, Jena und Umgebung kamen im Planetarium Halle zusammen, um aktuelle Entwicklungen der Präzisionsonkologie zu diskutieren, Erfahrungen aus Forschung und klinischer Praxis auszutauschen und gemeinsam einen Blick auf die Zukunft der personalisierten Krebsmedizin zu werfen.

Vom Labor ans Krankenbett - From bench to bedside

Die Vorträge machten deutlich, wie vielfältig die Ansätze der Präzisionsonkologie bereits heute sind. So ging es unter anderem um die Frage, welchen Stellenwert zirkulierende Tumor-DNA (ctDNA) bei gastrointestinalen Tumoren einnehmen kann und welche Möglichkeiten sich daraus für Diagnostik und Therapie ergeben. Auch CHIP (clonal hematopoiesis of indeterminate potential) und seine mögliche Bedeutung bei soliden Tumoren wurden beleuchtet.

Einen weiteren Schwerpunkt bildeten molekulare Diagnostik und familiäre Krebsrisiken. Anhand der chronischen myeloischen Leukämie (CML) wurden aktuelle Empfehlungen, aber auch mögliche Fallstricke der molekularen Diagnostik diskutiert. Darüber hinaus ging es um die Frage, wie sich familiäre Prädispositionen für Blutkrebserkrankungen und darüber hinaus erkennen und einordnen lassen.

Den Blick auf die therapeutische Anwendung heutiger medizinischer Erkenntnisse richteten schließlich die Beiträge zum Non-Hodgkin-Lymphom (NHL). Dabei standen sowohl moderne Präzisionstechnologien in der Strahlentherapie als auch die Frage im Mittelpunkt, ob molekulare Veränderungen beim NHL tatsächlich therapeutische Relevanz besitzen.

Damit spannte das Symposium einen Bogen von neuen diagnostischen Möglichkeiten über die Einschätzung individueller Erkrankungsrisiken bis hin zu konkreten therapeutischen Entscheidungen – und zeigte eindrucksvoll, wie eng Forschung und klinische Praxis in der personalisierten Onkologie miteinander verbunden sind.

Blut als Schlüssel zur Präzisionsonkologie

Das Motto „Roter September“ nahm Bezug auf den internationalen „Blood Cancer Awareness Month“ und richtete den Blick auf die wachsende Bedeutung von Blut als diagnostisches Werkzeug in der Onkologie.

Blutbasierte Untersuchungen eröffnen neue Möglichkeiten, Informationen über Tumorerkrankungen zu gewinnen und Veränderungen im Krankheitsverlauf zu beobachten. Die Einsatzmöglichkeiten reichen dabei weit über Blutkrebserkrankungen hinaus: Auch bei soliden Tumoren und bei der Untersuchung familiärer Krebsrisiken spielen entsprechende Verfahren eine zunehmend wichtige Rolle.

Damit stand das Blut nicht nur sinnbildlich für den „Roten September“, sondern auch für einen wichtigen Bereich der aktuellen Forschung: Wie können möglichst präzise Informationen gewonnen werden, um Erkrankungen früher zu erkennen, besser zu verstehen und Therapien gezielter auszuwählen?

Wissenschaftlicher Austausch mit Blick auf die Praxis

Neben den wissenschaftlichen Inhalten stand vor allem der persönliche Austausch im Mittelpunkt. Zwischen Vorträgen und Diskussionen wurde deutlich, wie wichtig die Vernetzung unterschiedlicher Disziplinen und Einrichtungen ist. Denn Präzisionsonkologie funktioniert nicht isoliert: Sie verbindet molekulare Diagnostik, Bioinformatik, Pathologie und klinische Expertise – und letztlich immer die gemeinsame Perspektive auf die Patienten.

Gerade hier zeigte sich auch die Stärke der Region. Experten aus Halle, Leipzig und Jena brachten ihre Erfahrungen zusammen und diskutierten gemeinsam über Chancen, aber auch über bestehende Herausforderungen auf dem Weg zu einer noch stärker personalisierten Krebsmedizin.

„Unser Symposium soll nicht nur Wissen vermitteln, sondern vor allem den Dialog fördern“, so Prof. H. K. Al-Ali. „Wir möchten zeigen, welche Expertise bereits in Mitteldeutschland vorhanden ist, voneinander lernen und gemeinsam neue Ideen entwickeln.“

Ein roter Abschluss

Zum Ende der Veranstaltung wurde das Motto des Tages schließlich auch visuell sichtbar: Das Planetarium Halle erstrahlte in rotem Licht.

Nach einem Nachmittag voller wissenschaftlicher Impulse, fachlicher Diskussionen und persönlicher Begegnungen setzte die rote Beleuchtung einen besonderen Schlusspunkt. Sie erinnerte zugleich an die Bedeutung des „Roten Septembers“ und daran, dass hinter jeder wissenschaftlichen Fragestellung Menschen stehen, für die eine präzisere und individuellere Krebsmedizin von ganz konkreter Bedeutung ist.

Das 3. Symposium „Präzisionsonkologie heute“ hat damit erneut Raum für Austausch geschaffen – zwischen Forschung und Klinik, zwischen verschiedenen Fachdisziplinen und vor allem mit einem gemeinsamen Ziel: Krebs besser zu verstehen und Patienten möglichst individuell behandeln zu können.

Die Veranstaltung wurde vom Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt gefördert.

Gemeinsam im Boot gegen Krebs – „Rudern gegen Krebs“ 2026 in Halle

Über 80 Teams, ein gemeinsames Ziel und ein Tag voller Bewegung, Begegnungen und Solidarität: Am 6. September wurde die Saale in Halle wieder zur Regattastrecke für den guten Zweck. Zum sechsten Mal hieß es „Rudern gegen Krebs“ in Halle – und einmal mehr zeigte sich, wie viel bewegt werden kann, wenn viele Menschen gemeinsam ins Boot steigen.

Über 80 Teams – ein gemeinsames Ziel
Ob Privatpersonen, Kolleginnen und Kollegen aus Unternehmen, Kliniken, Vereinen, und weiteren Einrichtungen: Über 80 Vierer-Teams gingen an den Start und stellten sich gemeinsam der sportlichen Herausforderung. Mit Julia Lier war sogar eine ehemalige Olympiasiegerin im Rudern mit dabei. Bei der Regatta ging es um weit mehr als gute Platzierungen. Alle Teams verband ein gemeinsames Ziel: Gutes tun und Menschen mit einer Krebserkrankung unterstützen.
Besonders berührend war, dass auch Menschen – selbst Kinder –, die selbst von einer Krebserkrankung betroffen sind oder waren, mit im Boot saßen. Gemeinsam mit ihren Teams setzten sie damit ein starkes Zeichen für Zusammenhalt, Mut und Solidarität.

Mit Teamgeist und voller Kraft voraus
Für die sportliche Vorbereitung und den reibungsglosen Ablauf des Regatten Wettbewerbs sorgt fast schon traditionell der Hallesche Ruder-Club e.V.. Bereits im Vorfeld konnten sich die Mannschaften bei Trainingseinheiten des Halleschen Ruder-Clubs e.V. auf ihren großen Tag einstimmen und Technik sowie Zusammenarbeit im Boot verbessern. Am Regattatag wurde es dann ernst: Ab 9 Uhr traten die Teams je nach Leistungsstärke in zwei bis vier Rennen gegeneinander an.
Ob ambitioniert oder mit dem Spaß am gemeinsamen Erlebnis im Vordergrund – auf der Saale wurde gerudert, angefeuert und mitgefiebert. Und spätestens beim Zieleinlauf war eines klar: Hier ging es nicht nur ums Gewinnen, sondern vor allem darum, gemeinsam etwas zu bewegen.

Ein buntes Programm für Groß und Klein
Auch abseits des Wassers wurde den Besucherinnen und Besuchern auf der Ziegelwiese ein abwechslungsreiches Programm für die ganze Familie geboten. Eine gemeinsame Erwärmung mit Fitnesstrainern des Clever Fit GmbH Halle (Saale) brachte die Teilnehmenden (aber auch Zuschauer) in Schwung, mehrere Tanzgruppen aus dem Tanz- & Sportstudio StudioPeri e.V. sorgten für Unterhaltung und zahlreiche sportliche Mitmach-Angebote luden (auch Zuschauer und Gäste) dazu ein, selbst aktiv zu werden.

Für die jüngsten Besucherinnen und Besucher gab es mit Hüpfburg, Kinderschminken und Bastelangeboten jede Menge zu entdecken. Viel Unterstützung durften wir dabei durch Auszubildende der Pflege und der Anästhesietechnischen/ Operationstechnischen Assistenz des Ausbildungszentrums für Gesundheitsfachberufe (AZfG) erfahren. Die teilnehmenden Ruderinnen und Ruderer konnten sich zwischen ihren Rennen bei Massagen und Funktionstaping durch Auszubildende aus dem Bereich Physiotherapie AZfG der Universitätsmedizin Halle (UMH) etwas Erholung gönnen. Für die musikalische Begleitung sorgte das Discoteam Ronny Stephan, das die Veranstaltung bereits seit vielen Jahren begleitet und auch in diesem Jahr wieder für die passende Stimmung sorgte.

Auch kulinarisch bestens versorgt
Natürlich durfte auch das leibliche Wohl nicht zu kurz kommen. Von Getränken, Slush Ice, Bratwurst, Steak und Pommes über Kaffee und Kuchen, frisch gebackene Waffeln bis hin zu Eis war für jeden Geschmack etwas dabei. 

Gemeinsam für Menschen mit Krebs
Die Einnahmen aus Startgebühren und Spenden kommen der Onkologischen Sport- und Bewegungstherapie im Krukenberg-Krebszentrum Halle (KKH) der UMH zugute. Sport ist ein wichtiger Baustein während und nach der Therapie einer Krebserkrankung, da körperliche Bewegung die Lebensqualität steigern, Nebenwirkungen der Behandlung lindern und Teil eines nicht zu vernachlässigenden Therapiekonzeptes sein kann.
Mit ihrer Teilnahme und ihrem Engagement haben die Teams und Unterstützerinnen und Unterstützer dazu beigetragen, dieses wichtige Angebot zu fördern – und damit über den Regattatag hinaus etwas zu bewegen.

Danke, dass ihr mit uns ins Boot gestiegen seid!
Ein solcher Tag ist nur möglich, weil so viele Menschen mit anpacken, unterstützen und sich mit Herzblut engagieren. Es ist uns leider nicht möglich, allen Beteiligten hier namentlich zu danken – dennoch möchten wir an dieser Stelle jedem Einzelnen von Herzen und aufrichtig DANKE sagen. Ob als Team auf dem Wasser, als Helferin oder Helfer vor Ort, als Unterstützerin oder Unterstützer, als Sponsorin oder Sponsor oder im Hintergrund: Jede und jeder Einzelne hat dazu beigetragen, dass „Rudern gegen Krebs“ in Halle zu einem besonderen Tag werden konnte. Diejenigen, die wir hier stellvertretend nennen, stehen daher auch für die vielen weiteren Menschen, deren Engagement diese Veranstaltung überhaupt möglich gemacht hat.

Danke für euren Einsatz, eure Energie und euren Teamgeist. Danke fürs Anfeuern, Mitmachen, Spenden und Dabeisein. Vor allem aber danke dafür, dass ihr gemeinsam mit uns ein Zeichen für Menschen mit Krebs gesetzt habt.

Wir freuen uns schon jetzt auf das nächste Mal, wenn es 2028 in Halle wieder heißt:
Rudern gegen Krebs – gemeinsam sind wir stärker!

Interview "Covid 19-Impfung bei MPN Patienten" für Journal Onkologie (Ausgabe Februar 2023)

Mit Auszeichnung bestanden: Erfolgreiche Gesamtzertifizierung für das Krukenberg Krebszentrum Halle als onkologisches Zentrum

von eseppelt · 18. Januar 2023 - Nachrichten "Du bist Halle"

Studien zeigen, dass die Behandlung in einem zertifizierten onkologischen Zentrum die Chancen einer erfolgreichen Therapie und die Wahrscheinlichkeit zu überleben für Krebspatient:innen deutlich erhöht.  Bundesweit und in Sachsen-Anhalt gehört das Krukenberg Krebszentrum Halle (KKH) der Universitätsmedizin Halle mit seinen fünfzehn Spezialzentren zur onkologischen Spitzenklasse und wurde zum fünften Mal in Folge erfolgreich durch die Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) als onkologisches Zentrum zertifiziert.

„Wir können mit dem besonders guten Ergebnis der Gesamtzertifizierung unseres onkologischen Zentrums sowie der übrigen Zentren, Module und Schwerpunkte sehr zufrieden sein“, stellt Prof. Dr. Haifa Kathrin Al-Ali, Direktorin des KKH, fest. Möglich sei dies wegen der engen Zusammenarbeit aller beteiligten Einrichtungen – vom Hausarzt über Selbsthilfeorganisationen bis zur Rehabilitationstherapie -, intensiver Forschung sowie interdisziplinärer Tumorkonferenzen. Die Auditor:innen des unabhängigen Zertifizierungsinstituts OnkoZert der DKG haben in ihrem Bericht die „hohe Durchdringung der DKG-Philosophie mit einem sehr hohen Anteil persönlichen Engagements durch alle Hierachieebenen“ hervorgehoben. Vor allem die „kollegiale, fast freundschaftliche Umgangsform zwischen den verschiedenen Querschnittsdisziplinen sowie dem ärztlichen und pflegerischen Dienst im KKH“ sei bemerkenswert ausgeprägt und zeuge von der Umsetzung einer „niederschwelligen Interdisziplinarität“ zum Wohle der Patient:innen. Eine besondere Erwähnung erhielt auch die Informationssammlung zur Qualitätsverbesserung der Tumornachsorgedaten durch das KKH. „Wir haben alle überweisende Ärzt:innen angefragt, uns detaillierte Nachsorgedaten unserer gemeinsamen Patient:innen zukommen zu lassen“, erklärt Al-Ali. „Mit einer Antwortquote von über 70 Prozent sind wir in der Lage, Rückschlüsse zum Erfolg unserer Therapiekonzepte zu ziehen und entsprechende Anpassung in der Zukunft vorzunehmen.“

„Unser gemeinsames Ziel ist es, Patient:innen nach einer Krebsdiagnose die bestmögliche Therapie nach neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Verfügung zu stellen“, erklärt Prof. Dr. Thomas Moesta, Ärztlicher Direktor und Vorsitzender des Klinkumsvorstands der Universitätsmedizin Halle. „Es freut mich, dass dieses tägliche Engagement der Kolleg:innen von den Auditor:innen mit so viel Lob anerkannt wurde.“

Das KKH selbst wurde 2017 als erstes universitäres Krebszentrum in Sachsen-Anhalt ausgezeichnet und darf sich seitdem „Zertifiziertes Onkologisches Zentrum“ nennen. Als universitäres onkologisches Zentrum des Universitätsklinikums Halle (Saale) und der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg bildet es den Rahmen für eine interdisziplinäre onkologische Krankenversorgung, Tumordokumentation, translationale Forschung sowie Aus-, Fort- und Weiterbildung von medizinischem Fachpersonal. Das KKH vereint mehrere spezialisierte Organkrebszentren und unterstützende Fachdisziplinen unter einem Dach.